Bestandsanalyse
Ein Arbeitsfeld der kommunalen Wärmeplanung ist die Bestandsanalyse, auf die alle weiteren Planungsschritte aufbauen.
Inhaltsverzeichnis
Wärmedichte
Die Wärmedichte wurde in GWh/(ha a) für Siedlungsgebiete auf Basis des Nutzwärmebedarfs (Raumwärme und Warmwasser) berechnet. Der zum Teil sehr variable und nutzungsabgängige Prozesswärmebedarf ist nicht einbezogen. Die Wärmedichte gibt einen stadtweiten Überblick über die Bedarfsstruktur. So kann eingeordnet werden, ob man in einem Gebiet mit hoher oder niedriger Wärmenachfrage wohnt.
Wärmeliniendichte
Die Wärmeliniendichte wurde pro Straßensegment in kWh/(m a) berechnet. Dazu sind alle beheizten Gebäude ihrem jeweils nächstgelegenen Straßenabschnitt zugeordnet worden. Die Summe des jährlichen Nutzwärmebedarfs (Raumwärme und Warmwasser) aller Gebäude an einem Straßenabschnitt wurde dann durch die Länge des Abschnitts geteilt, um die Wärmeliniendichte pro Straßenmeter zu erhalten. Die Wärmeliniendichte kann – neben vielen anderen Merkmalen – als Hinweis für die wirtschaftliche Machbarkeit eines straßenverlegten Wärmenetzes herangezogen werden. In München ist die Machbarkeitsanalyse für den Ausbau von Wärmenetzen bereits sehr weit fortgeschritten und kann über die Eignungsgebiete des Wärmeplans nachvollzogen werden.
Siedlungsstruktur
Die Nutzung baulich geprägter Flächen wurde auf Basis des digitalen Basis-Landschaftsmodells aus dem amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystem (ATKIS) abgeleitet. Die Karte über die Siedlungsstruktur zeigt verschiedene Bereiche, die nach ihrer Nutzung kategorisiert sind:
- Wohnbaufläche: Auf dieser Fläche liegen hauptsächlich Wohngebäude. Dabei wird zwischen kleinen Einfamilienhäusern bis hin zu großen Mehrfamilienhäusern nicht unterschieden.
- Fläche besonderer funktionaler Prägung: Hierbei handelt es sich um Flächen, die eine besondere Nutzung haben, wie beispielsweise öffentliche Gebäude oder spezielle Einrichtungen, die eine Rolle im Stadtleben spielen, wie Kirchen, Krankenhäuser oder Bildungseinrichtungen.
- Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche: Diese Kategorie umfasst Flächen, die für sportliche Aktivitäten, Freizeitgestaltungen und Erholung genutzt werden, wie Parks, Sportplätze oder Spielplätze.
- Friedhof: Auf diesen Flächen liegen Friedhöfe.
- Fläche gemischter Nutzung: Hierbei handelt es sich um Flächen, auf denen sich mehrere Nutzungen befinden, beispielsweise können sowohl Wohn- und Gewerbeflächen als auch Geschäfte oder Büros untergebracht sein.
- Industrie- und Gewerbefläche: Diese Flächen sind für industrielle und gewerbliche Zwecke vorgesehen, wie Fabriken, Lagerhäuser oder Flächen für den Groß- und Einzelhandel.
Die Karte hilft dabei, die unterschiedlichen Nutzungen von Flächen in der Stadt zu verstehen und im Kontext der Wärmeplanung einzuordnen.
Baualtersklassen

Die Daten geben das mittlere Baualter des Wohngebäudebestandes innerhalb von Wohnbauflächen und Flächen gemischter Nutzung nach Basis-Landschaftsmodell des amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystems (ATKIS) wieder. Die Daten unterliegen statistischen Unschärfen und beziehen sich rein auf den Wohngebäudebestand. Sie dienen als Grundlage zur Einteilung des beplanten Gebietes. Des Weiteren sind sie eine zusätzliche Hilfe bei der Identifikation etwaiger Sanierungspotenziale.