Energiekonzept Hadern
In einem Viertel im Stadtteil Hadern wurde die Machbarkeit verschiedener leitungsgebundener Wärmeversorgungsvarianten untersucht. Hier finden Sie die Ergebnisse der abgeschlossenen Untersuchung.
Projektbeschreibung
Die Stadt München strebt bis 2035 Klimaneutralität an. Vor diesem Hintergrund wurde eine Machbarkeitsstudie zur treibhausgasneutralen Wärmeversorgung für ein Wohnquartier in Hadern erstellt. Das Quartier liegt im Westen Münchens, zwischen Würmtalstraße, Feodor-Lynen-Straße und Zinckgrafstraße, und grenzt im Süden und Westen direkt an das Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilian-Universität. Es umfasst 38 Wohneinheiten aus den 1970er Jahren mit einem jährlichen Wärmebedarf von rund 604.000 kWh, der derzeit überwiegend durch erdgasbetriebene Heizungen gedeckt wird.
Varianten
Vier Varianten wurden untersucht:
- Variante 1: Dezentrale Luft-Wasser-Wärmepumpen je Gebäude
- Variante 2: Warmes Nahwärmenetz mit zentraler Luftwärmepumpe
- Variante 3: Kaltes Nahwärmenetz mit dezentralen Sole-Wärmepumpen und Abwasserwärme
- Variante 3.2: Teilnetzlösung für Reihenhäuser mit Abwasserwärmenutzung
Alle Optionen sind technisch realisierbar. Varianten 3 und 3.2 überzeugen energetisch mit hohen Jahresarbeitszahlen (JAZ bis 6,0) dank niedriger Netztemperaturen. Variante 1 bietet jedoch die beste Wirtschaftlichkeit: mit 0,24€/kWh (nach Förderung) die geringsten Wärmegestehungskosten, moderate Investitionen, flexible Umsetzung und zusätzliche Kosteneinsparpotenziale durch Sammelbestellung. Die Nutzung von Abwasserwärme ist langfristig vielversprechend, erfordert aber weitergehende Abstimmungen und Untersuchungen.
Empfehlung der Studie
Umsetzung von Variante 1 als wirtschaftlich und praktisch sinnvollste Lösung mit hoher CO₂-Einsparung und Unabhängigkeit für die Eigentümer*innen. Netzlösungen mit Abwasserwärme bleiben perspektivisch interessant, sind aktuell aber kosten- und abstimmungsintensiver.
Eine vergleichende Bewertung der Varianten in den Kategorien Ökonomie, Ökologie, Soziales und Umsetzbarkeit wird in der nachfolgenden Abbildung dargestellt.
Nutzungshinweise

- Mit dem Wärmeplan ist ausdrücklich keine Verpflichtung für Gebäudeeigentümer*innen verbunden, die im Wärmeplan dargestellte Wärmeversorgungsart umzusetzen.
- Es ergibt sich kein Anspruch darauf, dass die im Wärmeplan dargestellte Wärmeversorgungsart umgesetzt wird.
- Die Inhalte des Wärmeplans ersetzen keine individuelle, projektbezogene Detailplanung durch eine*n Fachplaner*in (z. B. Planung von Brunnenbohrungen, Zusammenspiel von Wärmeversorgung und energetischer Sanierung für einzelne Gebäude).
- Es wird keinerlei Haftung übernommen.
- Für Grundwasserwärmepumpen hat die Eignungsfeststellung keinen Einfluss auf die Erteilung einer wasserrechtlichen Erlaubnis.
- Für Luftwärmepumpen ersetzt die Eignungsfeststellung im Falle eines Nachbarschaftsstreits kein individuelles Schallgutachten.