Wärmenetz
Was ist ein Wärmenetz? Was ist ein Gebäudenetz?
Netzlösungen eignen sich besonders gut für die Wärmeversorgung dicht bebauter Gebiete oder Gemeinschaftslösungen. Hier profitieren viele Haushalte gemeinsam von einer zentralen Wärmequelle.
Es gibt unterschiedliche Arten leitungsgebundener Wärmeversorgungssysteme:
Ein Wärmenetz umfasst gemäß der Förderrichtlinie Bundesförderung effiziente Wärmenetze die Versorgung von mehr als 16 Gebäuden oder mehr als 100 Wohneinheiten mit Wärme (und Kälte).
Wärmenetze können unterschiedlich groß sein:
Nahwärmenetze versorgen einzelne Straßen oder Viertel,
Fernwärmenetze ganze Stadtteile oder Städte – wie zum Beispiel das Netz der Stadtwerke München.
Ein Gebäudenetz ist gemäß Gebäudeenergiegesetz ein Leitungsnetz zur ausschließlichen Versorgung von Wärme (und Kälte) für mindestens zwei und höchstens 16 Gebäude – dabei dürfen maximal 100 Wohneinheiten versorgt werden.
Die Wärmeerzeugung erfolgt typischerweise durch z. B. Wärmepumpen, Solarthermie, Biomasse oder BHKW – oft auch in Kombination.
Fernwärme in München
Aktueller Stand
Der Fernwärmeanteil in München beträgt derzeit rund 35 % des Endenergiebedarfs.
Geplant ist ein Ausbau auf bis zu 66 %.
Was ist Fernwärme?
Fernwärme versorgt Wohn- und Gewerbegebäude zentral mit Heizwärme, die auch für Warmwasser genutzt wird.
Die Wärme wird überRohrnetze von Versorgungsunternehmen geliefert und stammt hauptsächlich aus Müllverbrennungsanlagen und Heizkraftwerken.
Temperatur
Die Temperatur des Wärmeträgers liegt je nach Witterung zwischen 70 und 130 °C.
Das abgekühlte Wasser fließt über Rücklaufleitungen zur Erzeugungsanlage zurück, wo es erneut erhitzt wird.
Zukunft
Das Fernwärmenetz der Stadtwerke München soll künftig überwiegend durch Tiefengeothermie gespeist werden.
Energieeffizienz
Durch den Anschluss an ein Wärmenetz erfüllen Sie in der Regel die gesetzliche Vorgabe von 65 % erneuerbaren Energien.
Wärmenetzbetreiber sind verpflichtet, ihre Netze umweltfreundlicher zu gestalten und fossile Energieträger schrittweise abzubauen.
Informationen für Bürger
– Mit der interaktiven Karte zum kommunalen Wärmeplan der Stadt München lässt sich ermitteln, ob in Ihrem Wohngebiet Fernwärme vorhanden ist oder geplant wird.
Nahwärme in München
Was ist Nahwärme?
Nahwärme bezieht sich auf die Wärmeproduktion in unmittelbarer Nähe zum versorgten Gebiet.
Im Gegensatz zur Fernwärme versorgt Nahwärme meist kleinere, zusammenhängende Gebiete.
Eigenständige Wärmenetze
In München werden Nahwärmenetze häufig als eigenständige Systeme (Inselnetze) betrieben, die nicht mit dem Fernwärme-Verbundsystem verbunden sind.
Wärmeübertragung
Wie bei der Fernwärme kann auch bei Nahwärmesystemen Wasser durch einen zentralen Wärmeerzeuger auf eine bestimmte Temperatur erhitzt werden.
Das erhitzte Wasser wird über ein Rohrnetz zu den Gebäuden transportiert, während das abgekühlte Wasser zurück zur Energiezentrale fließt.
Zusätzlich gibt es die in München verbreitetere Form der sogenannten „kalten Nahwärme„. Hier befinden sich dezentral in den einzelnen Gebäuden Wärmepumpen, die das kalte Wasser aus dem Netz nutzen.
Energiequelle
Nahwärmenetze oder Gebäudenetze können über Biomasse, Grundwasser, Luftwärme oder andere erneuerbare Energien betrieben werden.
Flächenbedarf
Der Bau eines Wärmenetzes erfordert Flächen für die Infrastruktur zur Wärmeproduktion und das Verteilnetz.
In städtischen Gebieten sind Flächen oft knapp, was zu einer Konkurrenz um die Nutzung führt.
Eigentümer*innen
Nahwärmenetze gehören häufig privaten Energieversorgungsunternehmen, kommunalen Betrieben oder Genossenschaften.
Sie können aber auch von Wohnungseigentümergemeinschaften oder privaten Gesellschaften betrieben werden.