Potenzialanalyse

Aufbauend auf die Bestandsanalyse wird in der kommunalen Wärmeplanung die Potenzialanalyse durchgeführt.

Wärmepumpenpotenziale

Wärmepumpenarten im Wärmeplan.
Die analysierten Wärmepumpenarten mit den Wärmequellen Grundwasser, Erdreich und Luft.

Neben dem Ausbau der Wärmenetze berücksichtigt die Münchner Wärmeplanung auch die Potenziale dezentraler Wärmeversorgungsarten. Dazu stehen detaillierte Potenzialanalysen zur Verfügung, die mit speziell entwickelten Methoden für die Wärmequellen Luft, Erdreich und Grundwasser durchgeführt wurden. Die Potenzialanalysen wurden pro Baublock zusammengefasst und geben die Summe der thermischen Leistung bzw. Energie an, die maximal zum Beheizen der Gebäude zur Verfügung steht.

Grundwasserwärmepumpe
Auf jedem Grundstück wurde geprüft, ob genügend Platz für ein Brunnenpaar (Förder- und Schluckbrunnen) mit mindestens 10 m Abstand zueinander zur Verfügung steht. Anschließend wurde mit der Grundwassersituation vor Ort eine technisch umsetzbare Entnahmerate berechnet, woraus sich die maximal mögliche Heizleistung der Wärmepumpe ableiten lässt.

Erdwärmekollektor
Auf jedem Grundstück wurde die zur Verfügung stehende Freifläche zur Verlegung von Kollektorgräben kartiert. Mit der Wärmeleitfähigkeit des Bodens vor Ort kann anschließend auf Basis der VDI 4640 Blatt 2 die maximale jährliche Entzugsenergie und somit auch die Heizenergie der Wärmepumpe bestimmt werden. 

Luftwärmepumpe
Für jedes beheizte Gebäude wurden geeignete Aufstellstandorte für ein Wärmepumpen-Außengerät ermittelt. Anschließend wurde der Standort mit der höchsten Entfernung zu bewohnten Nachbargebäuden gewählt, um Schallimmissionen zu minimieren. Auf Basis der Immissionsrichtwerte der TA-Lärm und der Beziehung zwischen Schallleistungspegel und Heizleistung der Wärmepumpe kann mit dem Abstand zum Nachbargebäude auch eine maximal mögliche Heizleistung der Wärmepumpe abgeleitet werden. 

Sanierungspotenizal

Baustelle Gebäude in Sanierung.

Das Sanierungspotenzial gibt das Potenzial zur energetischen Sanierung des Gebäudebestandes auf Wohnbauflächen wieder. Es wird bestimmt, indem der aktuelle Energieverbrauch mit dem theoretisch durch
Sanierungen reduzierbaren Verbrauch verglichen wird. Die qualitative Beurteilung ermöglicht eine Einschätzung zur erreichbaren Einsparung des Nutzenergieverbrauchs aller Wohngebäude, wenn bis ins Jahr 2045 eine Sanierungsquote von 1% angenommen wird. Aus den Angaben kann allerdings nicht auf den tatsächlichen Sanierungsbedarf von Gebäuden geschlossen werden. Dieser hängt von vielen anderen Kriterien wie zum Beispiel Alter und Qualität der verwendeten Baustoffe ab, die hier nicht berücksichtigt wurden. Dennoch kann diese Potenzialberechnung als wichtige Grundlage für kommunale Planungen dienen, um gezielt Sanierungsmaßnahmen zu fördern und so eine effiziente, klimafreundliche Wärmeversorgung zu unterstützen.