100 Prozent Bio im Blick: Wie Isarkinder München e.V. die Verpflegung weiterentwickelt
Ein junger Münchner Träger, zehn Einrichtungen und ein klares Ziel: Isarkinder München e.V. will die Verpflegung Schritt für Schritt in Richtung 100 Prozent Bio weiterentwickeln. Im Interview berichten die beiden Vorständinnen, warum sie diesen Weg so konsequent gehen und wie das Coaching im Haus der Kost ihnen hilft, das Thema im Alltag ihrer Einrichtungen konkret voranzubringen.
Interview
Frau von Dewitz, Frau Werler, bevor wir auf das Thema Ernährung schauen: Was macht Isarkinder München e.V. eigentlich?
Werler:
Wir sind ein junger, gemeinnütziger Träger in München mit zehn Einrichtungen an verschiedenen Standorten. Insgesamt betreuen wir rund 500 Kinder und haben etwa 110 Mitarbeitende.
von Dewitz:
Fünf Einrichtungen arbeiten mit Frischküche und Vollverpflegung, die anderen werden mittags beliefert und ergänzen das vor Ort mit Brotzeit und Snacks. Das heißt: Wenn wir über Verpflegung sprechen, dann betrifft das nicht nur einzelne Häuser, sondern den Alltag unseres gesamten Trägers.
Warum spielt gutes Essen für Sie so eine große Rolle?
von Dewitz:
Weil es für uns um viel mehr geht, als nur darum, dass Kinder satt werden. Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages bei uns. Da macht es einen Unterschied, was auf den Tisch kommt, wie gekocht wird und welches Verhältnis zu Essen dabei entsteht.
Werler:
Für uns ist Verpflegung auch ein Bildungsbaustein. Da geht es um Gesundheit, aber eben auch um Herkunft, Nachhaltigkeit und natürlich auch um Geschmack. Deshalb ist es nicht nebensächlich, wie wir Essen gestalten.
„Wir wollen Ernährung nicht einfach mitlaufen lassen, sondern bewusst gestalten.“
Sie wollen mit Isarkinder München e.V. Schritt für Schritt in Richtung 100 Prozent Bio weiterentwickeln. Warum ist Ihnen dieses Ziel so wichtig?
Werler:
Weil das unserer Überzeugung entspricht. Uns ist das Thema persönlich wichtig und wir wollen es auch bei Isarkinder in alle unsere Bereiche tragen. Wir beide haben in anderen Zusammenhängen schon erlebt, dass die Umstellung auf Bio durchaus möglich ist. Deshalb war für uns ziemlich klar, dass wir diesen Weg auch bei Isarkinder gehen wollen.
von Dewitz:
Und es passt zu dem, wofür wir als Träger stehen. Wenn wir sagen, wir wollen verantwortungsvoll handeln, dann gehört Ernährung ganz selbstverständlich dazu.
Wie kam das Haus der Kost für Sie ins Spiel?
von Dewitz:
Wir haben das Angebot zufällig bei einer Veranstaltung kennengelernt und nach und nach verstanden, was dahintersteckt. Je klarer uns wurde, wie das Coaching aufgebaut ist, desto interessanter wurde es für uns.
Werler:
Wir haben zwar Erfahrung mit der Umstellung auf Bio und ein klares Ziel, aber eben in unserem Betrieb immer auch viele laufende Themen gleichzeitig. Da schaut man sehr genau hin, ob ein Angebot nur gut klingt oder im Alltag wirklich weiterhilft.
Was hat Ihnen das Coaching im Haus der Kost bisher konkret gebracht?
Werler:
Für uns ist vor allem hilfreich, dass dieser Transformationsprozess nicht von uns selbst gesteuert werden und damit irgendwie neben all den anderen Alltagsthemen mitlaufen muss, sondern eine klare Struktur bekommt. Es gibt einen roten Faden, feste Termine, fachlichen Input und Begleitung, die vor Ort an unserer Praxis ansetzt. Das macht es so viel leichter, das Thema im Alltag wirklich weiterzubringen.
von Dewitz:
Und wir müssen nicht alles selbst entwickeln. Vieles, was man sonst intern erst aufbauen, koordinieren und übersetzen müsste, ist im Haus der Kost-Coachingprogramm bereits vorbereitet. Das spart nicht nur Zeit, sondern hilft auch dabei, das Thema in unseren verschiedenen Einrichtungen besser zu verankern.
Werler:
Wichtig ist auch, dass die Haus der Kost-Coaches aus der Praxis kommen. Das merkt man sofort. Die Inhalte sind nicht abstrakt, sondern nah an dem, was Küchenverantwortliche im Alltag tatsächlich unterstützt. Gerade in so einem umfassenden Umstellungsprozess ist das ein großer Unterschied.
Es ist etwas anderes, ob wir als Pädagoginnen mit einer Idee an unser Verpflegungsteam herantreten oder ob jemand mit Erfahrung und fachlicher Expertise in diesem Bereich dazukommt. Den Unterschied merkt man sofort. Wenn die Haus der Kost-Coaches mit unseren Mitarbeitenden sprechen, hört man, dass sie auf einer Wellenlänge sind, also gewissermaßen die gleiche Sprache sprechen.
„Gerade in so einem Transformationsprozess ist es hilfreich, dass eine klare Struktur und Fachwissen von außen reinkommen.“
Wo sehen Sie aktuell die wichtigsten Entwicklungen in Ihren Einrichtungen?
von Dewitz:
In der Umgestaltung der Speisepläne und auch die Beschaffung spielt natürlich eine wichtige Rolle. Und die Frage, wie gute Verpflegung wirtschaftlich tragfähig bleibt, beschäftigt uns sehr.
Werler:
Ein Beispiel ist der Umgang mit tierischen Produkten. Fleisch wird künftig nur noch einmal pro Woche auf dem Speiseplan stehen und durch andere proteinreiche pflanzliche Lebensmittel ersetzt, zum Beispiel durch Hülsenfrüchte. Beim Fisch fanden wir den Gedanken spannend, das Thema nicht einfach ganz zu streichen, sondern bewusster damit umzugehen. Unsere Idee ist, einen Tag im Jahr einzuführen, an dem es regionalen Fisch gibt und das Thema Fisch, Meere und Nachhaltigkeit auch pädagogisch aufgegriffen wird.
von Dewitz:
Uns geht es darum, Ernährung insgesamt bewusster zu gestalten. Und dafür braucht es auch inhaltliche Begleitung, die neue Impulse mitgibt.
Was würden Sie anderen Trägern raten, die überlegen, sich für ein Coaching im Haus der Kost anzumelden?
Werler:
Dass es enorm hilfreich ist, so einen Prozess nicht allein stemmen zu müssen. Gerade wenn man mehrere Einrichtungen im Blick hat, ist es viel wert, wenn Fachwissen, Struktur und praktische Erfahrung zusammenkommen.
von Dewitz:
Und man sollte sich diese Unterstützung ruhig holen, wenn man wirklich etwas verändern möchte. Für uns ist das Coaching nicht deshalb interessant, weil es einem alles abnimmt, sondern weil es dabei hilft, die eigenen Ziele im Alltag besser umzusetzen.
Einblicke ins Coaching bei Isarkinder München e.V.
Isarkinder München e.V.
Gemeinnütziger Münchner Träger
www.isar-kinder.de
- 10 Kita-Einrichtungen im Stadtgebiet München, davon 5 Einrichtungen mit Frischküche und Vollverpflegung; weitere Einrichtungen mit Mittagsbelieferung sowie ergänzender Brotzeit und Snacks vor Ort
- 500 betreute Kinder
- 110 Mitarbeitende, davon rund 20 im Verpflegungsbereich
- Ziel: 100 Prozent Bio-Lebensmittel
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- Kategorie: Allgemein