Das war der erste Kongress im Haus der Kost!
Zukunft auf dem Teller entsteht nicht im stillen Kämmerlein. Sie wächst im Austausch, im Diskurs, im konkreten Tun. Genau das zeigte sich beim ersten Ernährungskongress am 9. Juli 2025 im Haus der Kost: Rund 250 Teilnehmende aus Politik, Wirtschaft, Landwirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Zivilgesellschaft trafen sich am 9. Juli 2025 live, diskutierten und entwickelten Ideen.
Oft braucht es einfach ein Gespräch zur richtigen Zeit. Ein Satz, ein Handschlag – und aus einem „Man müsste mal“ wird ein „Lass uns das anpacken“. Genau das war beim Ernährungskongress „Essen, das wir morgen lieben – wie wir Trends setzen und Zukunft gestalten“ spürbar: Ob bei den Impulsvorträgen, am Mitmachtalk oder auf der begleitenden Vernetzungsmesse.
Zwei Schwerpunkte, die uns alle angehen
Der Kongress machte klar:
- Ernährungswende braucht alle: nicht nur Landwirtschaft oder Gastronomie, sondern das Zusammenspiel aller Beteiligten. Politik, Bildung, Wirtschaft, Wissenschaft, Konsument*innen.
- Heimische, pflanzliche Proteine sind mehr als ein Trend: Sie sind ein Schlüssel zu einer vielseitigen, nachhaltigen Esskultur.
Blick ins Programm: Impulse, die nachwirken
Die Redner*innen auf der Bühne zeigten, wie vielfältig die Perspektiven und Ansätze rund um die Ernährungswende bereits sind.
- Daniel Anthes, Zukunftsforscher und „Sustainability Ninja“, machte in seiner Keynote klar: Alternative Proteine sind nicht mehr Randerscheinung, sondern Teil einer globalen Revolution.
- Tanja Asmussen, Königlich Dänische Botschaft Berlin, zeigte, wie in Dänemark breite politische Mehrheiten und kulturelle Tradition Hand in Hand gehen, damit die Ernährungswende Alltag wird.
- Viola Molkenthin vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat stellte die Eiweißpflanzenstrategie der Bundesregierung und Ansätze zu deren Weiterentwicklung vor, gab Einblicke in die aktuelle Förder- und Projektlandschaft des Ministeriums und stellt das Engagement des Ministeriums zu neuen und alten Hülsenfrüchten wie Erbse, Linse oder Kichererbse in Deutschland vor.
- Dr. Klaus Fleißner, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, sprach über Forschungen zu Future Crops, also die zukünftigen klimatauglichen Kulturen auf bayerischen Äckern, mit besonderem Fokus auf die Augenbohne als Hoffnungsträgerin.
- Patrick Wodni, Kantine Zukunft Berlin, packte über die Erfolgsfaktoren nachhaltiger Außer-Haus-Verpflegung aus: Denn Nachhaltigkeit muss schmecken, sonst kommt sie nicht an.
Für alle, die tiefer in die einzelnen Impulsvorträge schauen wollen, stehen die einzelnen Präsentationen hier zum Download bereit.
Kongress in action: Der Mitmachtalk
Der späte Nachmittag gehörte dem Mitmachtalk: Schwarmintelligenz und gemeinsames Brainstorming mit dem Publikum, moderiert von Daniela Schmid, Sachgebiet Nachhaltige Ernährung. Schnell wurde deutlich: Entscheidend für die Ernährungswende sind Strukturen, die Qualität, Regionalität und Frische nicht zum Ausnahmefall, sondern zum Standard machen. Was es braucht?
- Rahmenbedingungen mitdenken und mitgestalten: Politische Weichenstellungen, die länger wirken als eine Legislaturperiode, damit Betriebe, Bildung und Küchen verlässlich planen können.
- Netzwerke stärken: Zukunft entsteht dort, wo Menschen zusammenarbeiten und sich austauschen – Landwirt*innen, Verarbeiter*innen, Küchen, Bildungsakteur*innen. Dafür bieten wir die Plattform.
- Frischeküchen fördern: Handwerk statt Fertigprodukt – dafür braucht es Praxiswissen und passende Strukturen.
- Bildung von Anfang an: Ernährungswende beginnt in der Kita. Frühe Sensibilisierung und Wissenstransfer sind essentiell.
- Wissenschaft und Praxis zusammenbringen: Neue Ackerkulturen und alternative Proteine sollen nicht im Labor bleiben, sondern in den Küchen ankommen.
Was aus dem Mitmachtalk bleibt, ist kein langer Forderungskatalog, sondern ein klares Gefühl: Es gibt genug Menschen, die loslegen wollen. Und es gibt bereits viele gute Beispiele.
Und jetzt? Gemeinsam dranbleiben
Für das Haus der Kost heißt das: Diese Energie aufnehmen und weitertragen. Als Ort, an dem Menschen sich vernetzen, voneinander lernen und gemeinsam etwas bewegen. Schritt für Schritt, mit Freude und mit dem langen Atem, den echter Wandel braucht.
Als Drehscheibe für die Ernährungswende nehmen wir die Impulse des Kongresses direkt mit in unsere Arbeit. Konkret heißt das für uns:
- Netzwerk und Kooperationen ausbauen.
- Prozesse begleiten und im Gespräch bleiben.
- Beratung anbieten, wo Bedarf besteht.
- Wertschöpfungsketten vom Acker bis auf den Teller stärken.
Der Ernährungskongress 2025 war kein einmaliges Event, sondern ein Auftakt. Die Gespräche, die auf dem Kongress begonnen haben, setzen wir jetzt fort – auf dem Acker, in der Küche, in den Köpfen und Herzen. Denn klar ist: Zukunft auf dem Teller passiert nicht irgendwann. Sie passiert jetzt. Und sie schmeckt besser, als man vielleicht denkt.
Wir freuen uns auf die nächsten Schritte mit allen, die dabei waren – und denen, die noch dazukommen! Lasst uns gemeinsam mehr bewegen. Melden Sie sich bei uns:
ernaehrungswende.rku@muenchen.de
Bildergalerie
Fotos: © Bert Willer / Haus der Kost
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- Kategorie: Veranstaltungen