Landkreis Fürstenfeldbruck und München West sind jetzt Öko-Modellregion
Seit Anfang Juli ist es offiziell: Der Landkreis Fürstenfeldbruck und die fünf westlichen Münchner Stadtbezirke bilden gemeinsam eine staatlich anerkannte Öko-Modellregion. Ziel ist es, den Bedarf an Bio-Lebensmitteln in München stärker mit dem Angebot aus dem Umland zu verbinden und bio-regionale Wertschöpfungsketten auszubauen. Für das Haus der Kost ist das ein wichtiger Rückenwind.
Aus einer gemeinsamen Idee wird eine anerkannte Modellregion
Der Weg zur Öko-Modellregion begann bereits 2025. Im September beauftragte der Münchner Stadtrat das Referat für Klima- und Umweltschutz, gemeinsam mit dem Landkreis Fürstenfeldbruck eine Bewerbung auf den Weg zu bringen. Im Januar 2026 kamen rund 40 Akteur*innen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Verwaltung und Zivilgesellschaft zusammen. Gemeinsam schärften sie Ziele, Handlungsfelder und erste Projektideen und füllten die Bewerbung damit aus der Praxis heraus mit Leben.
Am 1. Juli 2026 folgte die offizielle Anerkennung: Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber überreichte die Ernennungsurkunde für die neue Öko-Modellregion „Landkreis Fürstenfeldbruck – München West“. Zusammen mit einer weiteren neu ausgezeichneten Region gibt es damit nun 36 staatlich anerkannte Öko-Modellregionen in Bayern.
Ein Schwerpunkt liegt auf Münchens Küchen
Die neue Öko-Modellregion soll Angebot und Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln besser zusammenbringen. Geplant sind langfristige Beziehungen zwischen Landwirtschaft, Verarbeitung und Abnehmenden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Außer-Haus-Verpflegung – von Kitas und Schulen über Betriebskantinen bis zu Gastronomie und Biergärten.
Damit setzt die Region an einer entscheidenden Stelle an: Bio-Landwirtschaft kann sich nur weiterentwickeln, wenn auch verlässliche Absatzmöglichkeiten entstehen. Gleichzeitig benötigen Münchner Küchen passende Produkte, Bezugswege und Partnerbetriebe.Das Haus der Kost schafft bereits wichtige Verbindungen
Für das Haus der Kost ist die Anerkennung der Öko-Modellregion ein wichtiger nächster Schritt. Seit seiner Eröffnung 2024 unterstützt es Münchner Küchen dabei, mehr regionale, saisonale und frische Bio-Lebensmittel einzusetzen. Im Coaching werden unter anderem Einkauf, Speiseplanung, Kalkulation und Küchenorganisation gemeinsam betrachtet. Vernetzungsformate bringen Küchen mit Betrieben aus Erzeugung, Verarbeitung und Handel zusammen.
Die Öko-Modellregion erweitert diesen Ansatz über die Stadtgrenze hinaus. Dabei können das Bio-Regio-Management im Haus der Kost und das künftige Öko-Modellregionsmanagement ihre Stärken gezielt verbinden: Das Haus der Kost kennt die Bedarfe der Münchner Küchen und begleitet die Umstellung im Küchenalltag. Die Öko-Modellregion kann zusätzliche Betriebe, Produkte und Strukturen im Umland erschließen. Gemeinsam können beide Seiten dafür sorgen, dass aus regionalem Potenzial verlässliche Lieferbeziehungen werden.Jetzt beginnt die gemeinsame Aufbauarbeit
Mit der staatlichen Anerkennung ist die Grundlage gelegt. Nun können ein professionelles Öko-Modellregionsmanagement aufgebaut und konkrete Projekte für regionale Bio-Wertschöpfungsketten umgesetzt werden. Zu den allgemeinen Aufgaben der bayerischen Öko-Modellregionen gehören ausdrücklich der Ausbau regionaler Bio-Lieferketten und ein höherer Anteil bio-regionaler Lebensmittel in der Außer-Haus-Verpflegung.
Für das Haus der Kost ist die Richtung klar: Mehr Bio aus dem Umland gelingt, wenn Stadt und Land, Betriebe und Küchen langfristig zusammenarbeiten. Die neue Öko-Modellregion schafft dafür einen starken Rahmen.
- Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, 2. Juli 2026: Zwei neue Öko-Modellregionen können loslegen. (Staatsministerium Bayern)
- Landeshauptstadt München, 3. Juli 2026: Fürstenfeldbruck und München West bilden neue Öko-Modellregion. (Landeshauptstadt München)
- Landratsamt Fürstenfeldbruck, 2026: Mehr Bio aus der Region: Landkreis Fürstenfeldbruck und München sind jetzt Öko-Modellregion. (Landratsamt Fürstenfeldbruck)
- Bayerisches Staatsministerium: Staatlich anerkannte Öko-Modellregionen. (Staatsministerium Bayern)
Teilen
Weitere Artikel
Carbon FOODprint: Klimaschutz auf dem Teller Münchner Betriebsrestaurants
Wie lässt sich klimafreundliche Ernährung im Arbeitsalltag einfach umsetzen? Die Carbon FOODprint-Aktionswochen zeigten in den Betriebsrestaurants von fünf Unternehmen des Münchner Klimapakts, wie Gerichte in
Wenn Fleisch, dann so: Murnau-Werdenfelser Bio-Rind in der Küchenpraxis
Bei der Masterclass am 25. Juni 2026 im Haus der Kost ging es darum, was einen bewussten Fleischeinsatz ausmacht: Bio-Qualität, regionale Herkunft, handwerkliche Verarbeitung und
Digitale Warenwirtschaft: Nachhaltigkeit braucht gute Prozesse
Nachhaltige Küchen brauchen mehr als gute Produkte. Sie müssen Einkauf, Qualität, Kosten und Abläufe verlässlich steuern können. Bei der Exkursion des Hauses der Kost am
- Kategorie: Allgemein