Igel im Garten

Lebensräume schaffen und erhalten

Jede Fläche, ob Balkon, Garten oder Grünstreifen, kann zu einem wertvollen Lebensraum werden. Vielfalt und Struktur sind entscheidend.
Ebenso ist es wichtig natürliche Lebensräume in der Stadt zu schützen und erhalten.

🌳 Mikro-Lebensräume

  • Totholzbereiche: Abgestorbene Äste und Baumstämme bieten Insekten, Pilzen und Kleintieren Unterschlupf.
  • Wasserstellen: Kleine Teiche oder flache Schalen dienen als Trink- und Badequelle und fördern die Ansiedlung von Fröschen, Libellen und anderen Wasserinsekten.
  • Wilde Ecken: Ungemähte Flächen oder verwilderte Gartenbereiche sind Rückzugsräume für seltene Pflanzen und Tiere.
  • Altgrasstreifen: Stehen gelassenes Gras und Wildblumen fördern Insekten und kleine Bodenbewohner.

🌸 Wildblumenwiesen

  • Selten mähen: Einmaliges Mähen im Herbst erlaubt Samenbildung und Nahrungsangebot für Insekten.
  • Keine Düngung: Düngung fördert Gräser stärker als Blühpflanzen, wodurch Wildblumen verdrängt werden.
  • Teilflächen stehen lassen: Auch kleine Bereiche mit Wildblumen erhöhen die Biodiversität erheblich.

🛑 Rückzugsräume schützen

  • Brutzeiten beachten: Störungen in der Brutzeit reduzieren die Überlebenschancen von Jungtieren.
  • Winterquartiere erhalten: Laub- und Reisighaufen bieten Schutz vor Kälte und Wind.
  • Keine Tiere aussetzen: Fremde Arten können einheimische Tiere gefährden und das ökologische Gleichgewicht stören.

💧 Münchens Quellen – Kleine Orte, große Wirkung

Quellen im Stadtgebiet sind weit mehr als nur Wasserstellen: Sie zählen zu den seltensten Biotopen im Stadtgebiet und sind einzigartige Lebensräume für viele seltene und bedrohte Tierarten. Hier finden spezialisierte Insekten, Amphibien und Kleinstlebewesen sauberes, kühles Wasser – oft das ganze Jahr über. Diese empfindlichen Ökosysteme reagieren jedoch sensibel auf Störungen, Verschmutzung und den Klimawandel.

Warum sind Quellen so wichtig?

  • Lebensraum für bedrohte Arten: Viele hochspezialisierte Tier- und Pflanzenarten wie die Quellschnecke, Larven von Köcherfliegen oder seltene Eintagsfliegen sind auf die konstanten Bedingungen in Quellen angewiesen und kommen oft nur dort vor.
  • Natürliches, sauberes Wasser: Quellen liefern besonders klares, nährstoffarmes Wasser, das empfindlichen Arten wie dem Grasfrosch oder bestimmten Strudelwürmern optimale Lebensbedingungen bietet.
  • Wichtige Rückzugsorte in der Stadt: In dicht bebauten Gebieten bieten Quellen ruhige, kühle Rückzugsräume.

Was kann man tun, um sie zu schützen?

  • Auf den Wegen bleiben: Quell- und Uferbereiche sollten nicht betreten werden, da bereits wenige Tritte den empfindlichen Boden und darin lebende Kleinstorganismen dauerhaft schädigen können.
  • Keinen Müll hinterlassen: Abfälle können das Wasser verschmutzen und Tiere gefährden, etwa durch Schadstoffe oder Verheddern in Verpackungen.
  • Keine Stoffe ins Wasser einbringen: Auch scheinbar harmlose Substanzen wie Seife, Sonnencreme oder Reinigungsmittel können das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören.
  • Tiere und Pflanzen respektieren: Arten sollten nicht gestört, gefangen oder entnommen werden, da viele sehr sensibel auf Eingriffe in ihren Lebensraum reagieren.