Frau stellt etwas an der Heizung ein

Heizen und Warmwasser: So sparen Sie Geld und Energie!

Wussten Sie schon? Rund 85 Prozent des Energieverbrauchs im Haushalt gehen auf das Konto von Heizen und Warmwasser. Gleichzeitig ist dieser Energieverbrauch einfach zu senken. Die Landeshauptstadt München zeigt Ihnen, wie das am besten funktioniert.

Tortendiagramm mit Darstellung der prozentualen Verteilung des Energieverbrauchs in einem durchschnittlichen Haushalt:. Raumwärme: 71 Prozent, Warmwasser: 15 Prozent, Strom: 14 Prozent
Infografik Energieverbrauch eines durchschnittlichen Haushaltes. Nähere Erläuterungen finden Sie hier.

Ihre Heizkosten liegen über dem Schnitt?

Heizungsthermostat auf Stufe 3 gedreht
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Sind Ihre Heizkosten besonders hoch, kann das viele Ursachen haben. Vielleicht arbeitet der Heizkessel in Ihrem Haus ineffizient, oder das Gebäude ist nicht ausreichend gedämmt. Als Eigentümer*in können Sie daran etwas ändern. Schon kleinere Optimierungsmaßnahmen wie z. B. der hydraulische Abgleich machen die Heizung effizienter. Die Dämmung des Daches oder der Kellerdecke bringen ebenfalls oft große Einsparungen. Wenn Sie Mieter*in sind, prüfen Sie Ihr eigenes Heizverhalten, und nutzen Sie kleine Hilfsmittel wie programmierbare Thermostate oder Sparduschköpfe, um Ihren Verbrauch zu senken. Unsere Tipps verraten Ihnen, wie viel Sie mit welcher Maßnahme sparen können.

Praktische Heiz- und Warmwassertipps

Weniger Heizkosten zahlen wollen alle. Aber mit welchen Tipps können Sie am meisten Geld sparen? Und wie lassen sich CO2-Emissionen am einfachsten durch cleveres Heizen vermeiden? Wir verraten Ihnen, welche Spartricks Ihnen wirklich etwas bringen.

Hinweis: In den folgenden Berechnungen werden die Durchschnittspreise des vergangenen Jahres verwendet. Erst im kommenden Jahr werden sich die aktuellen Preissteigerungen auch auf unsere Tipps auswirken. Seriös quantifizierbar erscheinen uns die Kostenentwicklungen aktuell noch nicht – absehbar ist nur, dass die Kosten für die Nutzung von Gasheizanlagen insbesondere für Neuverträge deutlich steigen werden. Unsere Empfehlungen werden dadurch weiter unterstrichen, da das Sparpotenzial mit den höheren Preisen ebenfalls steigt.

Elektronisches Thermostat
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Wenn Sie morgens aufstehen, ist Ihr Badezimmer bereits warm. Und wenn Sie abends nach Hause kommen, ist das Wohnzimmer geheizt. Und dabei sparen Sie auch noch Heizkosten. Wie klingt das? Wenn Sie die Heizkörper sonst rund um die Uhr laufen lassen, sparen Sie so im Schnitt knapp 90 Euro Heizkosten und vermeiden 290 kg CO2 im Jahr. Verwenden Sie einfach elektronische Thermostatventile. Mit diesen können Sie programmieren, wann Ihre Heizkörper laufen und wann nicht.

Thermometer mit einer Temperatur von 24 Grad
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Ob im Wohnzimmer 20 Grad oder 21 Grad Celsius sind, kann ein Thermometer zwar gut erkennen – einen Unterschied werden Sie selbst jedoch nicht wahrnehmen. Dass es sich trotzdem lohnt, können Sie am Jahresende auch auf Ihrer Heizkostenabrechnung sehen. Rund 55 Euro sparen Sie jedes Jahr, wenn Sie die Temperatur um ein Grad senken. Dem Klima ersparen Sie so etwa 200 kg unnötiges CO2.
So bedienen Sie Ihr Heizungsthermostat richtig
Infografik zur richtigen Bedienung Ihres Heizungsthermostates. Nähere Erläuterungen finden Sie hier.

Wird es schneller warm, wenn Sie das Thermostat voll aufdrehen? – Leider nein. Denn ein Thermostatventil funktioniert ganz anders als ein Wasserhahn. Klar: Aus dem Hahn kommt umso mehr Wasser, je mehr Sie aufdrehen. Mit einem Thermostat hingegen regeln Sie nicht die Durchflussmenge des heißen Heizwassers, sondern Sie stellen die gewünschte Raumtemperatur ein. Heißt: Die Heizung heizt so lange volle Kraft, bis die von Ihnen eingestellte Temperatur erreicht ist. Das wird über einen Temperaturfühler im Thermostatkopf gesteuert. Nutzen Sie deshalb das Thermostat richtig, und stellen Sie die Raumtemperatur ein, die Sie wirklich wollen. Bei einer fünfstufigen Zahlenskala steht Stufe 3 zum Beispiel für eine Raumtemperatur von rund 20 Grad. Stellen Sie das Thermostat auf Stufe 5, heizen Sie den Raum auf 28 Grad.

Frau öffnet das Fenster um zu Lüften
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Gehen Sie beim Lüften aufs Ganze, und öffnen Sie die Fenster immer komplett. Wer stoßlüftet, statt die Fenster dauerhaft zu kippen, spart im Schnitt pro Jahr bis zu 110 Euro. Außerdem vermeiden Sie bis zu 410 kg CO2.
Warum Stoßlüften nicht nur günstiger, sondern auch besser ist? Weil durch gekippte Fenster kaum frische Luft ins Zimmer kommt und die Wände rings ums Fenster auskühlen. Das ist zwar gut für Schimmelpilze, aber schlecht für Sie. Von Dezember bis Februar sollten Sie deshalb täglich drei- bis viermal stoßlüften. Bitte nicht vergessen, dabei die Heizkörper abzudrehen!

 

Fenster wird abgedichtet
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Die Heizung ist an, Sie frieren aber trotzdem? Vielleicht sind Ihre Fenster nicht ganz dicht. Stellen Sie mal eine Kerze aufs Fensterbrett: Wenn die Flamme wackelt, dichten Sie Ihre Fenster ab! Das können Sie ganz einfach selbst erledigen, mit handelsüblichem Dichtungsband aus dem Baumarkt. Eine Anleitung finden Sie hier. In einer Wohnung mit sieben Fenstern sparen Sie dadurch rund 50 Euro Heizkosten im Jahr. Und Sie vermeiden etwa 180 kg CO2.
Duschbrause aus der Wasser läuft
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Dieser Trick spart doppelt: Mit einem Sparduschkopf oder einem Durchflussbegrenzer senken Sie Ihren Warmwasserverbrauch um die Hälfte. Das spart erstens Energiekosten fürs Erwärmen des Wassers und zweitens Wasserkosten, weil Sie weniger Wasser verbrauchen. Wird Warmwasser mit Gas erzeugt, kann ein 3-Personen-Haushalt 158 Euro und 638 kg CO2 einsparen. Bei der Warmwassererzeugung mit Strom sind das bei einem 3-Personen-Haushalt 377 Euro und 478 kg weniger CO2.
Übrigens: Die Durchflussbegrenzer können Sie nicht nur zwischen Wasserhahn und Dusch-Schlauch montieren. Sie passen an die Ausflussdüsen aller Wasserhähne. Einen Sparduschkopf erhalten Sie ab rund 20 Euro im Baumarkt oder im Fachhandel. Durchflussbegrenzer gibt es ab etwa 5 Euro. Falls Sie einen Durchlauferhitzer oder einen drucklosen Wasserspeicher haben, sollten Sie sich vom Verkäufer gut beraten lassen: Manchmal funktionieren Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer dann nicht.

Stuhl steht neben der Heizung
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Passiert leider öfter als man denkt: Aufgrund enger Platzverhältnisse stehen Möbel vor den Heizkörpern. Oder die Gardinen sind so lang, dass sie über die Heizung reichen. Warum das ungünstig ist? Weil sich die Wärme nicht gleichmäßig im Raum verteilen kann. Stattdessen staut sie sich am Heizkörper und dieser schaltet ab, obwohl die Wunschtemperatur im Raum noch nicht erreicht ist. Die meisten Verbraucher*innen stellen daraufhin das Thermostat eine Stufe höher. Damit erhöhen Sie aber nur die Heizkosten. Räumen Sie beispielsweise zwei Heizkörper in Ihrer Wohnung frei, senken Sie Ihre Heizkosten um rund 20 Euro im Jahr, und es entstehen 80 kg weniger CO2.
Heizungsthermostat
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Nur für Hausbesitzer*innen: In einem Zimmer ist der Heizkörper lauwarm, im anderen Zimmer glüht er – obwohl beide Thermostate auf 3 stehen. Falls Sie diesen Zustand kennen, ist es in Ihrem Haus Zeit für einen „hydraulischen Abgleich“. Der „hydraulische Abgleich“ wird vom Fachhandwerk vorgenommen und von der KfW gefördert. Mit dem hydraulischen Abgleich regulieren Sie, dass die Wärme gleichmäßig im Haus verteilt wird – und sparen jedes Jahr rund 80 Euro ein. Zudem vermeiden Sie etwa 300 kg CO2.

PS: Sie wohnen zur Miete, und Ihre Nachbarn haben das gleiche Problem? Dann machen Sie Ihre oder Ihren Vermieter*in auf den Missstand aufmerksam.

Heizungsrohr wird gedämmt
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Nur für Hausbesitzer*innen, Teil 2: In Ihrem Keller ist es genauso warm wie in Ihrem Wohnzimmer? Dann sind Ihre Heizungsrohre nicht gedämmt und geben einen Teil der Wärme bereits im Keller an die Umgebungsluft ab. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern laut Energieeinsparverordnung (EnEV) sogar eine Ordnungswidrigkeit. Also: Dämmen Sie Ihre Heizungsrohre! Die notwendigen Rohrschalen erhalten Sie im Baumarkt. Die Montage ist kinderleicht: Schneiden Sie die Stücke auf die richtige Länge, und kleben Sie sie mit Klebeband fest. Eine detaillierte Anleitung finden Sie hier. So sparen Sie in Ihrem Einfamilienhaus mehr als 300 Euro im Jahr. Außerdem entstehen 1.045 kg CO2 weniger.

Welche Temperatur ist in welchen Räumen sinnvoll?

Manchmal sind 28 Grad genau die richtige Raumtemperatur. Zum Beispiel, wenn Sie eine Massagepraxis zu Hause haben. In den meisten Fällen aber genügen im Wohnzimmer 20 oder 21 Grad. Welche ist Ihre Wohlfühltemperatur? Probieren Sie es aus! Stellen Sie das Thermostat Ihrer Heizung kurz über und kurz unter Stufe 3 und prüfen Sie mit einem Raumthermometer, wie sich die Temperatur tatsächlich verändert. Ab wann finden Sie es zu kalt oder zu warm? Wenn Sie Ihre Wohlfühltemperaturen gefunden haben, können Sie bewusster heizen.

Übrigens: Mit jedem Grad Raumtemperatur weniger sparen Sie sechs Prozent Heizenergie. 

Grafische Darstellung der empfohlenen Raumtemperaturen und der zugehörigen Thermostateinstellungen: Schlafzimmer und Flur sind mit 16 bis 18 Grad warm genug (Regler auf 1,5). In der Küche sind 18 bis 20 Grad optimal (Regler auf 2,5). Im Wohnzimmer können Sie 20 Grad anpeilen (Regler auf 3) und im Kinderzimmer und Bad ist es mit 20 bis 22 beziehungsweise 23 Grad sinnvollerweise am wärmsten (Regler auf 3,5).
Infografik Empfehlung energiesparender Raumtemperaturen. Nähere Erläuterungen finden Sie hier.

Münchner Wohngemeinschaft senkt Heizkosten

Wohngemeinschaft spielt Karten
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Alles begann beim Kartenspielen. Maria hatte zum Schafkopfen in ihre WG im Westend eingeladen. Mitten im Spiel sagte einer der drei Gäste: „Irgendwie zieht’s hier kalt rein“.
Klar, auch Maria und ihr Mitbewohner Josef kannten die Zugluft in der Küche, aber sie hatten sich längst daran gewöhnt. Doch jetzt beginnt der ungemütliche Luftzug auch sie zu stören. Außerdem: Wieso, ist es eigentlich immer so kalt in der Wohnung, obwohl die Heizkörper aufgedreht sind? Maria und Josef nehmen sich vor, die Heizsituation in ihrer Wohnung genauer zu untersuchen.

Aha-Effekt: wenig hilft viel

An ihrem freien Tag wollen die beiden zunächst herausfinden, wo der Luftzug herkommt: Der Schnapper am Schloss der Wohnungstür ist kaputt, und die offene Tür führt dazu, dass es ständig zieht. Da Maria und Josef die restlichen Bewohner*innen des gemeinschaftlich verwalteten Hauses gut kennen, haben sie sich bislang nie am offenen Türschloss gestört. Es war für sie ein Willkommens-Zeichen für spontanen Besuch.

Der defekte Schnapper ist schnell repariert. Und die beiden Mitbewohner*innen staunen über die Auswirkung: Als sie beim Mittagessen in der WG-Küche sitzen, merken sie, wie mollig warm es mit der üblichen Einstellung ihrer Heizung plötzlich wird, nachdem der starke Luftzug verschwunden ist.

Mit einem Blick aufs Thermometer stellt Maria fest, dass es sich nicht nur mollig warm anfühlt: Es sind 22 Grad. „Da können wir die Heizung locker auf 20 Grad runterdrehen“, sagt sie.

Josef misst den Abstand zwischen Wand und Bank
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Die Eckbank muss aus dem Weg

Josef liest im Internet, dass Heizkörper nicht verbaut sein sollen, weil sie sonst nicht effektiv wärmen. Vor der Heizung in der Küche steht aber die Eckbank. Die verrücken Maria und Josef nun zusammen auf den empfohlenen Abstand von mindestens 20 Zentimetern. Und siehe da: Obwohl Maria nach der Reparatur der Tür die Heizung bereits gedrosselt hat, steigt das Thermometer in der Küche bald wieder auf 22 Grad. „Das geht aber wirklich einfach“, sagt Maria, während Josef die Heizregler ein weiteres Mal zurückdreht.

Feuer und Flamme für mehr Wärme

Ist noch mehr herauszuholen? Maria stellt jetzt vor allen Fenstern Kerzen auf, um am Flackern der Flamme zu erkennen, wo es entlang der Fensterrahmen undichte Stellen gibt. Zum Glück hat sie noch Dichtungsband, das sie gleich zum Abdichten verwendet. Danach flackern die Kerzenflammen kaum noch – und die Wohnung ist wieder ein Stück wohnlicher geworden.

Maria dreht am Thermostatknopf
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Volle Rohre – kaltes Bad

Maria und Josef sind lange noch nicht fertig: Sie beschließen, auch ihr Verhalten zu ändern, um noch mehr Heizenergie zu sparen. Künftig wollen sie abends die Jalousien herunterlassen und die Vorhänge vor die Fenster ziehen. „Das verbessert die Isolation“, hat Josef recherchiert. „Ist aber nur zu empfehlen, wenn die Gardinen nicht zu lang sind und über den Heizkörpern hängen.“ Das ist bei den beiden nicht der Fall. Zusätzlich wollen die beiden künftig darauf achten, die Heizrohre im Bad nicht mit ihren Handtüchern zuzuhängen.

„Wow, mit eigentlich wenig Aufwand sparen wir jetzt richtig viel – und die Zugluft ist auch weg“, sagt Maria am Ende des Tages. Wie stark ihre Bemühungen die Heizkosten der WG senken werden, wissen die beiden Mitbewohner heute noch nicht. Aber wenn man alle Maßnahmen zusammenzählt, können sie mit einer Ersparnis von rund 100 Euro pro Jahr rechnen. Fürs Nachfüllen der Schafkopfkasse sollte es allemal reichen.