Gebäude und Infrastruktur zirkulär: Langlebig entwerfen. Wiederverwenden. Umnutzen.
Wie in München Gebäude und Straßen gebaut und genutzt werden, hat einen enormen Einfluss auf den Ressourcenverbrauch und die Menge an Abfällen der Stadt. Über die Hälfte der Münchner Ressourcen fließt in Gebäude und Infrastruktur, die damit einen zentralen Hebel für die Kreislaufwirtschaft darstellen. Zwar liegen hier große Herausforderungen – doch gleichzeitig auch das größte Potenzial, den Ressourcenverbrauch deutlich zu senken. Jährlich werden in München rund 47 Millionen Tonnen an Rohmaterialien verbraucht, davon rund 60 Prozent (28 Millionen Tonnen) allein im Bauwesen und der Infrastruktur. Besonders Zement und Stahl tragen durch ihre energieintensive Herstellung erheblich zu den CO₂-Emissionen bei.
In der Kreislaufstadt München wird deshalb zukunftsfähig gebaut: Gebäude entstehen mit langlebigen, wiederverwendbaren Materialien, die am Ende ihres Lebenszyklus in neue Bauvorhaben zurückfließen. Bestehende Bauten werden erhalten, saniert und flexibel genutzt. Öffentliche Infrastruktur wird so geplant, dass sie Ressourcen schont, Flächen mehrfach nutzbar macht und zur Klimaanpassung beiträgt.
Im Bereich Gebäude und Infrastruktur der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie kann der materielle Fußabdruck der Stadt um bis zu 14,5 Prozent reduziert werden – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen, kreislauforientierten Stadtentwicklung. München zeigt, dass Bauen auch im Einklang mit Umwelt und Zukunft möglich ist.
Hebel für mehr Kreislaufwirtschaft
Maximierung von sekundärem und zirkulärem Materialeinsatz im Bauwesen
Die Landeshauptstadt München (LHM) möchte langfristig Rohstoffe sparen, indem sie konsequent auf sekundäre Rohstoffe, wiederverwendete Bauteile und innovative biobasierte oder nach zirkulären Ansätzen entworfene Baumaterialien setzt – sowohl innerhalb der Verwaltung wie auch der Bauwirtschaft.
Verlängerte Nutzung und Umnutzung des vorhandenen Gebäudebestandes
Die Stadt möchte den Erhalt von Bestandsgebäuden zur Priorität machen und Abriss zur Ausnahme: es sollen kreative und nachhaltige Lösungen für den Bestandserhalt etabliert werden, sodass Ressourcen und CO2-Emissionen durch Umnutzung und Sanierung eingespart werden.
Neudenken von (Neu-) Bauten und Vorgaben für zirkuläres Bauen
Eine nachhaltige Bauwende gelingt durch ein Neudenken nach zirkulären Ansätzen: Neubauten und Sanierungsprojekte werden zunehmend unter dem Leitgedanken der Kreislaufwirtschaft geplant und umgesetzt. Die Stadt München wird hierfür die notwendigen Rahmenbedingungen durch Beratungsangebote, Pilotprojekte und Vorgaben für zirkuläres Bauen schaffen.
Entdecken Sie alle 85 Maßnahmen der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie
Wie wird München zur Kreislaufstadt? Die Antwort liegt in unserer Kreislaufwirtschaftsstrategie mit ihren 85 verschiedenen Maßnahmen. Besonders im Fokus steht dabei der Bausektor, für den wir 14 gezielte Maßnahmen entwickelt haben.
Wir halten Sie über unsere Fortschritte auf dem Laufenden. In der folgenden Liste sehen Sie alle Maßnahmen, die sich aktuell in Bearbeitung befinden.
Klicken Sie sich durch, um mehr über den jeweiligen Umsetzungsstand zu erfahren:
Modulares und zirkuläres, serielles Bauen bei Neubau & Sanierung
Die Stadt München setzt sich für die Etablierung zirkulärer Planungs-, Entwurfs- und Bauweisen ein. Dies geschieht durch umfassende Beratung, Vernetzung, Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen und die Durchführung von Pilotprojekten. Ziel ist es, Anreize für zirkuläre Bauprojekte zu schaffen und Mindeststandards anzuregen, um nachhaltige Praktiken im Bauwesen zu fördern.
Forcierung von Rücknahmen und Wiederaufbereitung durch Hersteller:innen
Die Stadt München plant die Etablierung von Standards, Prozessen und Methoden für regionale Hersteller, um die Materialrückgewinnung zu fördern. Ziel ist es, die Materialrückgewinnung zu steigern und somit die Kreislaufrate im Bauwesen zu erhöhen. Durch diese Maßnahmen sollen regionale Akteure unterstützt werden, nachhaltige Praktiken zu implementieren und einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft zu leisten.
Etablierung einer Bauteilbörse im Projekt CirCoFin
Die Stadt München entwickelt ein umfassendes technisches, operatives und finanzielles Konzept für eine Bauteilbörse. Ziel ist es, die Wiederverwendung von Bauteilen zu ermöglichen und zu fördern. Die Bauteilbörse soll als Plattform dienen, um überschüssige Materialien und Komponenten effizient zu vermitteln und somit die Ressourcennutzung im Bauwesen zu optimieren. Weitere Informationen über das Projekt finden Sie unter folgendem Link: CIRCOFIN.
Urban Mining für sekundäre Baustoffe (UMMI)
Im Rahmen des Projekts UMMI plant die Stadt München die Identifikation geeigneter Flächen zur Lagerung und Aufbereitung von Bauabfällen. Ziel ist es, die Wiederverwendung, Aufbereitung und Rückgewinnung von sekundären Baustoffen zu fördern und eine Recyclingquote von 30 % zu erreichen. Durch diese Maßnahmen soll die Effizienz im Umgang mit Bauabfällen gesteigert und ein nachhaltiger Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen geleistet werden.
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