Mehrweggeschirr auf dem Tisch
© Petra Serbin

„Einmal zum Mitnehmen, bitte!“: MehrwegMUC als Best Practice für Kreislaufwirtschaft

Der Kaffee für unterwegs, das Mittagessen im Büro oder die Bowl auf dem Heimweg: To-go-Angebote gehören für viele Münchner*innen zum Alltag. Doch häufig werden Becher und Verpackungen nur wenige Minuten genutzt und anschließend weggeworfen. Mehrweg kann das ändern, funktioniert aber nur dann, wenn die Angebote sichtbar, einfach zugänglich und gut in die Abläufe der Gastronomie integriert sind.
 
Mit der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie (MKWS) hat die Landeshauptstadt München einen Rahmen geschaffen, um Ressourcen zu schonen, Abfälle zu vermeiden und Produkte möglichst lange im Umlauf zu halten. Damit diese Ziele im Alltag wirksam werden, braucht es konkrete Projekte, die Kreislaufwirtschaft praktisch erproben und für Bürger*innen sichtbar machen.
 

Was macht MehrwegMUC konkret?

Seit 2023 arbeitet rehab republic daran, Mehrweg in Münchner Gastronomiebetrieben stärker zu verankern. Unterstützt durch die MKWS und die Circular Economy Koordinierungsstelle (CEKS) entwickelt und erprobt das Projekt praktische Lösungen für den Gastronomiealltag.
 
MehrwegMUC begleitet Gastronomiebetriebe bei der Einführung und Nutzung von Mehrwegsystemen. Dabei geht es um weit mehr als die Verpackungen selbst: Mehrwegangebote sollen sichtbarer werden, Kund*innen verständliche Informationen erhalten und die Abläufe für Ausgabe und Rücknahme möglichst einfach funktionieren.
 
In zwei Pilotprojekten mit den Münchner Gastronomiebetrieben SIGGIS und Suuapinga werden verschiedene Ansätze erprobt. Die Erfahrungen zeigen, welche Lösungen im Alltag funktionieren und wie weitere Betriebe bei der Umstellung unterstützt werden können.

Warum ist das wichtig?

©Sabrina Tuerschmann_MehrwegGang
Mehrweg ist nicht allein eine Frage der richtigen Verpackung. Damit sich das System durchsetzt, müssen Gastronomiebetriebe, Kund*innen und Stadtgesellschaft zusammenwirken. Betriebe brauchen praktikable Lösungen, Kund*innen müssen die Angebote erkennen und nutzen können, und Mehrweg darf im Alltag nicht komplizierter sein als Einweg.
 
MehrwegMUC verbindet deshalb Beratung, Pilotprojekte, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit. So wird aus dem Ziel der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie ein konkreter Ansatz für weniger Verpackungsabfälle im Alltag.
 
Am 10. November 2026 bringt die Münchner Mehrwegkonferenz Akteur*innen aus Gastronomie, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Eine begleitende S-Bahn-Kampagne macht außerdem spielerisch auf Mehrweg aufmerksam, unter anderem mit der „Mehrweg-Gang“.

Was können Münchner*innen tun?

Mehrweg beginnt bei kleinen Entscheidungen im Alltag: beim nächsten Einkauf nach einer Mehrwegoption fragen, vorhandene Angebote nutzen und die Verpackungen zuverlässig zurückgeben. Je häufiger Kund*innen Mehrweg nachfragen und verwenden, desto selbstverständlicher wird das Angebot in der Gastronomie.
 
MehrwegMUC zeigt, wie aus einer politischen Strategie konkrete Veränderung im Alltag werden kann: durch engagierte Betriebe, praxistaugliche Lösungen und Menschen, die mitmachen.

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