Crane lifting a wooden building module to its position in the structure. Construction site of an office building in Berlin. The new structure will be built in modular timber construction.

Wie kann München modular, seriell und dabei vor allem auch zirkulär in Zukunft bauen?

Bauteile wiederzuverwenden (CirCoFin) oder das Recycling von Abbruchmaterial (UMMI) voranzubringen, sind aktuell wichtige Schritte, um unseren Ressourcenverbrauch im Bauwesen zu reduzieren. Doch werfen wir einen Blick in die Zukunft, so muss die Lösung für neue Gebäude darin liegen, diese vom ersten Planungsschritt an zirkulär zu denken und dies in jeder Planungsphase bis hin zur Nutzung, Sanierung, etwaiger Umnutzung bis hin zum Rückbau der Gebäude zu berücksichtigen.

Daher widmet sich eine priorisierte Maßnahme der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie (MKWS) dem „Modularen und zirkulären, seriellen Bauen bei Neubau & Sanierung“, denn eine modulare, serielle Bauweise kann, wenn sie zirkulär gedacht ist, viele der oben ausgeführten Vorteile mit sich bringen.

Wie sieht serielles, modulares Bauen aber konkret aus?

Es handelt sich um eine Bauweise mit industrieller Vorfertigung von Bauteilen oder größeren Modulen. Die Spannweite einzelner Module ist breit: vom Fensterelement, über Wände und Decken bis hin zu ganzen Raummodulen wie Badzellen. Beschränkt wird die Größe der in Werkshallen vorgefertigten Elemente durch die für den Transport mögliche Größe. Als fertige Bauelemente werden diese an die Baustelle angeliefert und dort nach dem Baukastenprinzip zusammengefügt.

Wie will München modulare, serielle, kreislauffähige Bauweisen voranbringen?

Die Maßnahme „Modulares und zirkuläres, serielles Bauen bei Neubau & Sanierung“ verfolgt vier Umsetzungsansätze wie in der Landeshauptstadt München diese zukunftsfähige Bauweise auch über eigene städtische Bauvorhaben hinaus umgesetzt werden kann:

  • Vernetzung
  • Beratung
  • Politische Rahmenbedingungen
  • Pilotprojekte

Ziel der Förderung ist es, innovative Pilotprojekte zu begleiten, Umsetzungshemmnisse des kreislauffähigen Bauens zu lokalisieren sowie sinnvolle Ansatzpunkte für finanzielle Anreize zu identifizieren.

Die Förderung ist bewusst lösungsoffen gestaltet, um eine Vielzahl unterschiedlicher Projektarten und innovativer Ansätze zu ermöglichen.

Mehr Informationen finden sich in der Pressemitteilung sowie auf der muenchen.de.

Um von der Theorie in die Praxis zu kommen, fand am 27. Januar 2026 im Munich Urban Colab ein Kick-Off-Workshop mit Teilnehmenden aus Architektur- und Planungsbüros, der Bauwirtschaft und Forschung sowie von verschiedenen Verbänden statt. Schon vor der Veranstaltung war klar, dass das Thema die Münchner Bau-Interessierten umtreibt: Die 25 Plätze waren schnell ausgebucht und die Warteliste gefüllt. Das rege Interesse hat sich auch in der Gruppenarbeit gezeigt, in drei Runden wurde konstruktiv diskutiert, vertiefende Umsetzungsansätze gesammelt und Praxisbeispiele zusammengetragen.

Schlagworte, die immer wieder fielen, sind „konkret“ und „praxisnah“: Die Theorie ist weitgehend bekannt, aber der Bedarf nach ganz konkreten Hilfestellungen, insbesondere auf ökonomischer und technischer Ebene ist hoch.

Der Workshop hat eine Vielzahl an spannenden und konkreten Bedarfen hervorgebracht, hier eine erste Auswahl:

Teilnehmende wünschen sich umfassende Einblicke in die Praxis: Detaillierte Praxisbeispiele zu Kosten und technischen Aspekten sowie Begehungen von Projekten mit anschließenden Frageforen. Pilot- und Vorzeigeprojekten, sollen gut dokumentiert und aktiv begleitet werden.

Kontinuierlicher Austausch mit allen Beteiligten über alle Bau- und Leistungsphasen hinweg, ergänzt durch fachspezifische Diskussionen auf Bauteil- und Modulebene, beispielsweise zu Fenstern. Kombination aus Fachbeiträgen von Expert*innen und interaktiven Workshops zur gemeinsamen Bearbeitung relevanter Fragestellungen. Sowie Formate, die Politik, Industrie und Wissenschaft zusammenführen. Ein Anschluss und/oder Kooperation zu bestehenden Formaten soll sichergestellt werden

Regelmäßige Fragestunden mit Expert*innen, unterstützt durch ein Onlineforum zur Sammlung von Fragen. Entwicklung von Fortbildungsangeboten mit Möglichkeit zum Erwerb entsprechender Zertifikate. Beratungsangebote erfordern ein hohes Spektrum an Expertise in verschiedenen Fachrichtungen und für verschiedene Umsetzende – von Bauherr*innen, über Architektur- und Ingenieurbüros bis hin zum Handwerk. 

Wie kann eine Berücksichtigung der Verwendung von Reuse-Materialien in Modulen aussehen? Wie können junge Architekturbüros ohne einschlägige Referenzen besser bei innovativen Projekten zum Zuge kommen? In welcher Planungsphase setzt es an, der Phase 0? Und wie können die Bauher*innen ins Boot geholt werden?

Wir danken allen Teilnehmenden für ihre Zeit, für ihre Ideen und Einblicke in die Praxis. Der Workshop hat uns erneut gezeigt, wie wertvoll eine Rückkopplung mit Umsetzenden und Forschenden ist und vor allem wie gewinnbringend eine Vernetzung der verschiedenen Akteure ist.

Fortsetzung folgt.

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