München gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung
Was bedeutet Lebensmittelverschwendung eigentlich für unsere Umwelt? Der konventionelle Lebensmittelanbau hat negative Folgen für die Biodiversität und die wertvolle Ressource Boden. Die landwirtschaftliche Produktion führt zur Erschöpfung von Böden, unter anderem durch Monokulturen, Überdüngung und Pestizideinsatz. Lebensmittelverschwendung verstärkt dieses Problem, da wertvolle und knappe Ressourcen wie Wasser und Energie für den Anbau von Lebensmitteln genutzt werden, die letztendlich nicht konsumiert werden, und gehen damit ungenutzt verloren. Bei der Vergeudung von Nahrung geht es also nicht nur um Essen, das im Müll landet. Dieser Folgen müssen wir uns bewusst werden, bei der Lebensmittelverschwendung über den sprichwörtlichen Tellerrand schauen und gemeinsam Wege finden, um mehr Bewusstsein und Wertschätzung für unsere Lebensmittel zu schaffen. Gemeinsam zu wirken und mit bestehenden Akteuren zu kooperieren, ist dabei oberstes Ziel.
Strategische Ansätze zur Lebensmittelrettung
Es gibt in München bereits zahlreiche Initiativen, die sich für die Rettung von Lebensmitteln einsetzen. Mit der Maßnahme „Kooperation mit Lebensmittelrettung und Vermittlungsplattformen“ der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie setzen wir genau hier an. Ihre wesentlichen Umsetzungsansätze sind:
- Die Ausweitung von Projekten zur Verwendung geretteter Lebensmittel
- Die Etablierung von Vermittlungsplattformen für Lebensmittelretter und -abnehmer
- Die Erweiterung des Schulungsprogramms zur Lebensmittelrettung
Darüber hinaus sollen Anreize zur Nutzung von Lebensmittelresten geschaffen und die Vernetzung von Münchner Akteur*innen im Bereich der Lebensmittelrettung und -wertschätzung gefördert werden.
Förderprojekt „Wertschätzen statt Wegwerfen"
Für den Start der Maßnahme, haben wir uns erfolgreich bei der Stiftung Nachhaltigkeit der Stadtsparkasse München mit dem Förderprojekt „Wertschätzen statt Wegwerfen: München gemeinsam gegen Lebensmittelverschwendung“ beworben. Am 20. Januar 2026 fand die Kick-off-Veranstaltung im Haus der Kost statt. Der Auftakt bot Akteur*innen der Münchner Lebensmittelrettung eine organisationsübergreifende Plattform zur Vernetzung.
Neben der Möglichkeit zum Austausch bot das Kreisverwaltungsreferat fachlichen Input zum Thema „Lebensmittelsicherheit für die Praxis: einfach und verständlich“. Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, praktische Fragen an die Kollegen zu stellen. Der intensive Austausch zeigte, wie relevant rechtliche Klarheit im täglichen Umgang mit geretteten Lebensmitteln ist. Ergänzend zu den wertvollen Informationen für die Praxis kam auch der informelle Austausch zwischen den Akteur*innen nicht zu kurz. Im zweiten Teil der Veranstaltung erarbeiteten die Teilnehmenden Best-Practice-Beispiele sowie alltägliche Hindernisse und Herausforderungen.
Als positiv wurde hervorgehoben:
- Eine hohe Nachfrage nach geretteten Lebensmitteln: Kein gerettetes Lebensmittel landet im Müll!
- Sehr gute Zusammenarbeit mit den Supermärkten
- Wiederverwertung der Lebensmittelverpackungen
Neben den positiven Aspekten wurden auch wesentliche Herausforderungen identifiziert:
- Entsorgung einer erheblichen Menge von Lebensmitteln, bevor sie gerettet werden können
- Rettung verarbeiteter bzw. gekochter Lebensmittel oft nicht möglich
- Schwierige Akquise neuer Ehrenamtlicher und Motivation aktiver Ehrenamtlicher
Insgesamt zeigten die Gruppendiskussionen, dass in München bereits viele positive Ansätze im Bereich der Lebensmittelrettung vorhanden sind. Gleichzeitig besteht Potenzial darin, die bestehenden Initiativen weiter zu stärken, die Wertschätzung für Lebensmittel in der Gesellschaft zu erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen Akteuren wie Supermärkten, gemeinnützigen Organisationen und ehrenamtlichen Helfern zu intensivieren, um so die Effizienz und Reichweite der Lebensmittelrettungsmaßnahmen zu maximieren. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für zukünftige Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Lebensmittelrettung in München.
Ausblick
Die Kick-Off-Veranstaltung markierte den Beginn eines stadtweiten Netzwerks, das sich für die Wertschätzung von Lebensmitteln engagiert. Um die neu geknüpften Kontakte zu vertiefen, die Netzwerkstrukturen weiter auszubauen und gemeinsam an nachhaltigen Lösungsansätzen zu arbeiten, sind halbjährlich stattfindende Treffen mit allen interessierten Akteur*innen geplant.
Für weitere Informationen rund um das Thema Lebensmittelwertschätzung sowie zu den kommenden Austauschterminen melden Sie sich gerne für unseren Newsletter an.
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- Kategorie: Lebensmittel