Quartier Hochleite / Theodolindenplatz

In der kommunalen Wärmeplanung ist die zukünftige Wärmeversorgung in einigen Gebieten Münchens noch unklar. Diese Gebiete werden im Wärmeplan als Prüfgebiete bezeichnet. In ihnen existiert derzeit nur für weniger als 80% der Gebäude eine einheitliche Lösung. Zu den Prüfgebieten gehören auch einige Baublöcke in Harlaching, darunter das sogenannte Prüfgebiet „Quartier Hochleite / Theodolindenplatz“.

Im Projekt Energie-ViP (Versorgungsoptionen in Prüfgebieten) werden aktuell die lokalen Gegebenheiten detailliert betrachtet, um zukünftig auch hier eine nachhaltige und sichere Wärmeversorgung abbilden zu können. Im Rahmen des Projektes wird ein strategisches Energiekonzept erstellt.

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Informationen zum Quartier


Das Prüfgebiet Hochleite / Theodolindenplatz befindet sich in Harlaching und umfasst vier zusammenhängende Baublöcke. Dort leben ca. 450 Menschen.

Das Quartier im städtischen Randgebiet weist dafür typische Strukturen mit Gärten und Grünflächen auf. Die Gebäude stehen zu einem hohen Anteil unter Denkmalschutz. Das Gebiet umfasst fast vollständig das Ensemble Gartenstadt Harlaching. Die Wohngebäude sind vorwiegend zweigeschossig und meist unsaniert.

Aktuell basiert die Wärmeversorgung der Gebäude zu einem hohen Anteil auf Erdgas. Analysen haben ergeben, dass sich heute 50% der Gebäude mit einer Wärmepumpe versorgen könnten. Nach einer energetischen Sanierung wäre die Technologie trotzdem nur bei 75% der Gebäude einsetzbar.

Aufgrund dieser schwierigen Ausgangssituation wurde das Quartier Hochleite / Theodolindenplatz in das Projekt EnergieViP aufgenommen.

Der Wärmeplan der Stadt München weist für die meisten Gebiete Münchens einen lokal angepassten strategischen Leitfaden für eine ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Wärmeversorgung aus.

Für die sogenannten Prüfgebiete, darunter das Quartier Hochleite / Theodolindenplatz in Harlaching, wurde ein Bedarf an tiefergehenden Konzepten und Planungen zur geeigneten Wärmeversorgung festgestellt. Hier ist mit der Methodik des Wärmeplans derzeit keine klare Wärmeversorgungsstrategie vorhanden.

Deshalb startet das Referat für Klima- und Umweltschutz eine gesonderte Untersuchung und tritt dafür in den Austausch mit verschiedenen lokalen Akteur*innen.

Ziel ist es

  • Wärmequellen und –senken zu analysieren
  • Technologien und Versorgungsoptionen zu prüfen, zu vergleichen und zu bewerten
  • anschließende Schritte zur Umsetzung aufzuzeigen

Bei Fragen und Rückmeldungen kontaktieren Sie bitte das Team der Kommunalen Wärmeplanung im Referat für Klima- und Umweltschutz, waermeplanung.rku@muenchen.de

Veranstaltungen im Quartier

Für die Planung der Wärmeversorgung im Quartier Hochleite / Theodolindenplatz ist der Austausch mit lokalen Akteur*innen essenziell, da sie ihr Quartier am besten kennen. Aus diesem Grund veranstaltete das Referat für Klima- und Umweltschutz 2025 zwei Workshops, bei denen die Akteur*innen des Quartiers zur Beteiligung eingeladen waren.

Nachlese vergangener Veranstaltungen

Am 17. November 2025 fanden sich Anwohnende, Eigentümer*innen, sowie eine Vertreterin des Bezirksausschusses zum Dialog zusammen, um über die Projektergebnisse für Energieversorgungskonzepte im Quartier zu sprechen.

Der Vortrag begann mit einer Rückschau auf das Projekt und den
vorangegangenen Entwicklungsdialog, der im Sommer 2025 stattgefunden 
hatte.Daraufhin folgte ein Überblick über Herausforderungen und Möglichkeiten von Sanierung und Heizungstausch im Denkmal- bzw. Ensembleschutz.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen verschiedene Lösungsoptionen, die zur Wärmeversorgung im Quartier geeignet sein könnten. Die meisten davon sind dezentral, d. h. es sind Lösungen geeignet, die jeweils ein einzelnes Gebäude mit Wärme versorgen: Luft-Wärmepumpen (mit Außengerät, als Kaskade, oder dachintegriert), PVT-Wärmepumpen sowie Pelletkessel. Im Prüfgebiet wurde für jedes Gebäude die Eignung für mindestens eine Wärmepumpenart festgestellt.
Auch die Möglichkeit eines zentralen Nahwärmenetzes mit einer Flusswasser-Großwärmepumpe wurde angesprochen. Der Referent erläuterte die Vor- und Nachteile dieser Lösungen und stellte einen Vergleich der CO
2-Emissionen sowie der Kosten der Lösungsoptionen dar.

Im Anschluss an konnten sich die Teilnehmenden an Thementischen zu den Projektergebnissen, zu Luftwärmepumpen und Sanierung im Denkmalschutz individuell informieren.

Am 22. Juli 2025 fand im Gemeindesaal der Pfarrei Maria Immaculata in der Seybothstr. 53 der Workshop „Energie-VIP – Energiedialog im Quartier Hochleite“ statt.

Ziel des Workshops war es, den lokalen Akteuren Einblicke in mögliche Optionen zur Wärmeversorgung in ihrem Quartier zu geben und gemeinsam zu diskutieren, wie die weitere Planung und Energieversorgung aussehen könnte.

Dazu kamen Anwohnende, Wohnungswirtschaft und Mitglieder des Bezirksausschusses zusammen, um Möglichkeiten für die zukünftige Wärmeversorgung an und im Umkreis der Hochleite zu diskutieren.  

Auf Basis der bisherigen Potenzialanalysen kämen unterschiedliche Arten der Wärmeversorgung für dieses Gebiet in Frage. Ein Fachreferent vom IREES stellte diese Lösungsoptionen und ihre Vor- und Nachteile vor. Die Teilnehmenden erörterten diese Vorschläge und tauschten sich insbesondere darüber aus, welche Optionen für die Anwohnenden und Organisationen im Quartier akzeptabel sein könnten. 

Das Gebiet rund um die Hochleite und den Theodolindenplatz ist durch viele denkmalgeschützte Gebäude gekennzeichnet. Netzlösungen waren ein zentrales Thema: Solche Netzlösungen könnten Wärme für mehrere Haushalte zentral erzeugen und dann auf die Gebäude verteilen. Aber auch dezentrale Luftwärmepumpen, die pro Gebäude eingebaut werden, wurden als akzeptable Lösung gesehen. Beim Vergleich der Lösungen legten die Teilnehmenden besonderen Wert auf die Kosten der unterschiedlichen Optionen, gefolgt von Treibhausgasemissionen.