Quartier Hochleite & Theodolindenplatz
Das Quartier Hochleite & Theodolindenplatz zählte bis 2026 zu den sogenannten Prüfgebieten im Münchner Wärmeplan. Für die Straßenzüge des Quartiers gab der Wärmeplan keine Auskunft zu den Möglichkeiten einer klimaneutralen Wärmeversorgung.
Aus diesem Grund wurde das Quartier in das Projekt Energie-ViP (Energie-Versorgungsoptionen in Prüfgebieten) aufgenommen. Dort wurden die lokalen Gegebenheiten detailliert betrachtet, um zukünftig eine nachhaltige und sichere Wärmeversorgung abbilden zu können. Wichtig war ein Einbezug der Menschen im Quartier.
Energie-ViP wurde im Frühjahr 2026 erfolgreich abgeschlossen. Informieren Sie sich hier zum Vorgehen, den Ergebnissen und den nächsten Schritten.
Quartiersinformationen
Lesen Sie was Ihr Quartier ausmacht und warum es in das Projekt Energie-ViP aufgenommen wurde.
Quartiers-veranstaltungen
Die Menschen im Quartier wurden auf dem Weg zu einer klimafreundlichen Wärmeversorgung aktiv einbezogen.
Quartierslösungen
Alle Gebäude im Quartier können über Wärmepumpen versorgt werden.
Ausblick
Informieren Sie sich zu den anstehenden Terminen und Unterstützungsangeboten im Quartier
Informationen zum Quartier
Allgemeines & schnelle Fakten
Das Quartier Hochleite & Theodolindenplatz liegt in Harlaching. Es besteht aus einem Gebäudestreifen entlang der Hochleite, parallel zum Auer Mühlbach (Lindenstr., Über der Klause und Hochleite) und einem weiteren Areal nordwestlich des Theodolindenplatzes (Lindenstr., Achleitnerstr., Geiselgasteigstr., Isenschmidstr.). Es zeichnet sich durch fast ausschließliche Wohnbebauung und einen sehr hohen Anteil an denkmalgeschützten Gebäuden aus.
- 68 500 m²
- 75 Gebäude, vorwiegend 2-geschossig mit 1 bis 4 Wohneinheiten
- Baujahre zum Großteil vor 1960
- 231 Wohneinheiten mit insgesamt 465 Einwohnern (Stand 2025)
- 85% der Gebäude unter Denkmalschutz (1/3 Einzeldenkmal, 2/3 Ensemble)
- Wenige Gebäude sind sichtbar oder nach Angaben aus Akteursbeteiligung energetisch saniert
- Rund 80 Eigentümer, davon > 90 % Privatpersonen
Aktuelle Wärmeversorgung
- Rund 2.500 kW thermische Wärmeerzeugerleistung
- Maximal mögliche Reduktion durch ambitionierte energetische Sanierung auf rund 1.900 kW
- Wärmeverbrauch in Summe 4,5 Mio. kWh pro Jahr
- Errechneter mittlerer Wärmebedarf 163 kWh/m²/a
- Überwiegende Versorgung mittels Erdgas-Zentralheizung; Einzelgebäude mit Erdgas- Ölheizung und Etagenheizung
Veranstaltungen im Quartier
Für das Projekt Energie-ViP und die Planung der Wärmeversorgung im Quartier war der Austausch mit den Menschen vor Ort essenziell.
Erster Workshop | Entwicklungsdialog am 22. Juli 2025
Dazu kamen Anwohnende, Wohnungswirtschaft und Mitglieder des Bezirksausschusses zusammen, um Möglichkeiten für die zukünftige Wärmeversorgung an und im Umkreis der Hochleite zu diskutieren.
Auf Basis der bis dahin stattgefundenen Potenzialanalysen konnten unterschiedliche Arten der Wärmeversorgung für das Quartier vorgestellt werden. Die Teilnehmenden erörterten die Vor- und Nachteile der Vorschläge und tauschten sich insbesondere darüber aus, welche Optionen für die Anwohnenden und Organisationen im Quartier akzeptabel sein könnten.
Wärmenetzlösungen waren ein zentrales Thema. Aber auch dezentrale Luftwärmepumpen, die pro Gebäude eingebaut werden, wurden als akzeptable Lösung gesehen. Beim Vergleich und zur Bewertung der Lösungen legten die Teilnehmenden besonderen Wert auf die Kosten der unterschiedlichen Optionen, gefolgt von Treibhausgasemissionen.
Zweiter Workshop | Ergebnisdialog am 17. November 2025
Anwohnende, Eigentümer*innen und Mitglieder des Bezirksausschusses fanden sich zusammen, um über die Projektergebnisse im Quartier zu sprechen. Nach einer Rückschau auf bereits stattgefundene Arbeiten und Austauschformate, folgte ein Überblick zu den Herausforderungen und Möglichkeiten von Sanierung und Heizungstausch im Denkmal- bzw. Ensembleschutz.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen verschiedene Lösungsoptionen, die zur Wärmeversorgung im Quartier geeignet sein könnten. Die meisten davon sind dezentral, d.h. es sind Lösungen geeignet, die jeweils ein einzelnes Gebäude mit Wärme versorgen: Luft-Wärmepumpen (mit Außengerät, als Kaskade, oder dachintegriert), PVT-Wärmepumpen sowie Pelletkessel. Auch die Möglichkeit eines zentralen Nahwärmenetzes mit einer Flusswasser-Großwärmepumpe wurde angesprochen. Diese erwies sich jedoch als nicht umsetzbar. Der Referent erläuterte die Vor- und Nachteile aller Lösungen und stellte einen Vergleich der CO2-Emissionen sowie der Kosten der Lösungsoptionen dar. Im Prüfgebiet wurde für jedes Gebäude die Eignung für mindestens eine Luft-Wärmepumpenart festgestellt.
Im Anschluss konnten sich die Teilnehmenden an Thementischen zu den Projektergebnissen, zu Luftwärmepumpen und Sanierung im Denkmalschutz individuell informieren.
Wärmeversorgungslösungen im Quartier
Während der Projektlaufzeit wurden zentrale Quartierslösungen und dezentrale Einzelgebäudelösungen geprüft. Zentrale Quartierslösungen spielen im Quartier keine Rolle. Aufgrund der aufgelockerten Bebauungsstruktur, wirtschaftlichen und umweltschutzrechtlichen Gegebenheiten sind Fern- und Nahwärmelösungen kaum realisierbar. Dezentrale Luft-Wärmepumpen hingegen sind für die Gebäude umsetzbar. Teilweise müssen noch energetische Sanierungsmaßnahmen und Vorkehrungen zur Einhaltung der Vorgaben zu Lärmemissionen getroffen werden.
Eignung im Quartier
Eine Schallpegelanalyse zeigte, dass sich ein Drittel der Gebäude im Quartier durch die Aufstellung einer klassischen Luftwärmepumpe ohne vorherige Sanierungstätigkeiten umsetzen lassen.
Kämen spezielle, leisere Wärmepumpenalternativen mittels Kaskadenlösung durch mehrere kleinere, parallel geschaltete Wärmepumpen zum Einsatz, wären 90 % aller Gebäude versorgbar.
Alle übrigen Gebäude können ebenfalls mit Luftwärmepumpen (klassisch oder kaskadiert) versorgt werden. Allerdings sollten dort im Vorfeld Maßnahmen ergriffen werden, um die Gebäude energetisch zu sanieren, den Energiebedarf zu senken und somit eine kleinere und weniger geräuschintensive Luftwärmepumpe verbauen zu können.
Nebenstehende Karte zeigt die Wärmepumpen-Eignungen im Quartier. Durch Anklicken der Karte öffnen sich weitere Details zu den dargestellten Eignungsgebieten.
Aus Gründen des Datenschutzes müssen personenbezogene Daten aggregiert dargestellt werden. Gebäudespezifische Informationen können beim Referat für Klima- und Umweltschutz angefragt werden.
Denkmal- und Ensembleschutz
Im Laufe des Projekts wurde die untere Denkmalschutzbehörde einbezogen, um die Auswirkungen von Einzeldenkmal- und Ensembleschutz auf die Umsetzbarkeit von klimaneutralen Wärmeversorgungsoptionen zu bewerten.
Hinsichtlich energetischer Sanierungen und der Anbringung von außenliegenden Klimageräten, Photovoltaikanalgen etc. bestehen im Einzeldenkmal hohe Anforderungen, während im Ensembleschutz deutlich mehr Möglichkeiten bestehen, entsprechende Lösungen einzufügen. Für alle Maßnahmen gilt, dass eine denkmalrechtliche Erlaubnis grundsätzlich erforderlich ist. Die konkrete Bewertung kann variieren, da die Abwägung zwischen denkmalpflegerischer Bedeutung und energetischem Nutzen immer örtlich und objektbezogen vorgenommen wird. (Details hierzu sind im Ergebnisbericht nachzulesen)
Planung, Genehmigung und Umsetzung
Die dargestellten Wärmeversorgungsoptionen im Quartier bieten eine strategische Planungs- und Orientierungshilfe. Sie liefern einen wichtigen Hinweis auf die langfristig am wirtschaftlichsten einzusetzende Technologie. Die Projektergebnisse ersetzen allerdings keine individuelle Energieberatung und/ oder Fachplanung.
Luft-Wärmepumpen sind grundsätzlich zulässig, unterliegen jedoch strengen Anforderungen an den Schallschutz und das Rücksichtnahmegebot. Details zu möglicherweise geforderten Nachweisen oder Genehmigungen sind im Ergebnisbericht nachzulesen und bei der Lokalbaukommission zu erfragen.
Aktivitäten im Quartier
Mit Abschluss des Projektes Energie-ViP sind die Arbeiten des Referats für Klima- und Umweltschutz noch nicht vorbei:
Neben dem Übertrag der Ergebnisse in das Kartenwerk des kommunalen Wärmeplans und der Informationsbereitstellung der gewonnen Erkenntnisse zu neuen und innovativen Technologien über Online- und Printmedien, steht auch die Aktivierung der Menschen in unserem Fokus. Gezielte Maßnahmen und Aktionen zur quartiersspezifischen Aufklärung werden derzeit geplant und zu gegebener Zeit an dieser Stelle veröffentlicht.
Kontakt für Ihre Fragen
Infotelefon:
Montag, Donnerstag & Freitag: 9:30 bis 11:30 Uhr
Dienstag & Mittwochen: 14:00 bis 16:00 Uhr
Telefon: 089 233 747 660
E-Mail: waermeplanung.rku@muenchen.de