Modell eines Energieeffizienzahauses steht auf beschriebenen Blättern

Münchner Wärmewende

Deutschland hat sich das Ziel gesetzt, bis 2045 klimaneutral zu werden. Eine große Rolle, um dieses Ziel zu erreichen spielt dabei, wie unsere Gebäude mit Wärme und Energie versorgt werden. Das novellierte Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist am 1.1.2024 in Kraft getreten. Es bildet die Grundlage, um die Klimaschutzziele im Gebäudebereich umzusetzen und die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern.

Das Gesetz bietet Gebäudeeigentümer*innen einen klaren Rahmen für den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Heizungstechnologien. Verknüpft sind die Regelungen mit finanziellen Förderungen des Bundes und der Landeshauptstadt München, die die Investition in erneuerbare Technologien mit bis zu 70 Prozent unterstützen.

Gebäudeenergiegesetz im Überblick

Vater trägt seinen Sohn auf dem Arm und zeigt ihm die Solaranlage auf dem Dach
© Halfpoint / iStock

Seit dem 1. Januar 2024 gilt das novellierte Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG. Auf dieser Grundlage sollen Gebäudeeigentümer*innen schrittweise von fossilen Energieträgern auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung, die unabhängig vom Import fossiler Energien ist, umsteigen.

Für bestehende Gebäude gilt: Ist die Heizung kaputt und kann nicht mehr repariert werden, muss ab dem 30. Juni 2026 die neue Heizanlage mindestens 65 Prozent der Wärme durch erneuerbare Energien bereitstellen.  In Neubaugebieten greift diese Regel direkt seit 1. Januar 2024.

Für Bestandsgebäude greifen Übergangsfristen und zahlreiche Übergangs- und Ausnahmeregelungen.

Die Webseiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz zum „Energiewechsel“ bieten einen guten Überblick über alle Regelungen rund um den Heizungswechsel.

Infografik zum Gebäudeenergiegesetz: Heizungsregeln 2024
Infografik GEG: Diese Heizungsregeln gelten ab 2024. Nähere Erläuterungen finden Sie hier.
Luftaufnahme der Münchner Altstadt
© Luftaufnahme Bayern / iStock

Die kommunale Wärmeplanung bündelt Daten zum Thema Wärme und informiert die Münchner*innen, wie sie ihr Haus klimafreundlich heizen können. Großstädte wie die Landeshauptstadt München müssen bis Mitte 2026 eine kommunale Wärmeplanung entwickelt haben. München gehört zu den Vorreiterstädten in Deutschland: Zusammen mit den Stadtwerken München (SWM) werden wir die Wärmeplanung im ersten Halbjahr 2024 in den Münchner Stadtrat einbringen.

Im nächsten Schritt haben die Münchner*innen Gelegenheit, sich im Rahmen einer Öffentlichkeitsbeteiligung zum Wärmeplan zu äußern. Endgültig verabschiedet wird der Wärmeplan nach der Öffentlichkeitsbeteiligung.

Die Vorteile der kommunalen Wärmeplanung

  • Die Münchner*innen sehen, welcher Baublock perspektivisch mit welcher erneuerbaren Wärmequelle versorgt werden kann und können genauere Informationen zur möglichen Wärmeversorgung ihres Gebäudes bei der Stadt oder den Stadtwerken einholen.
  • Gebäudeeigentümer*innen, Anlagenbetreiber*innen, Netzbetreiber*innen und alle Umsetzer*innen der Wärmewende erhalten mehr Planungs- und Investitionssicherheit.
  • Die technischen Möglichkeiten und die voraussichtliche Realisierbarkeit von bestimmten Wärmeversorgungslösungen können besser abgeschätzt werden (z. B. Verfügbarkeit von Grundwasser).
  • Es können frühzeitig Gebiete identifiziert werden, in denen die künftige Versorgung besondere Herausforderungen mit sich bringt und Maßnahmen entsprechend angepasst werden.

Den Überblick über den Ablauf der kommunalen Wärmeplanung in München gibt es hier.

Förderungen durch die Landeshauptstadt München

Frau sitzt am Tisch und schaut auf ihr Smartphone
© monkeybusinessimages / iStock

Die Landeshauptstadt kombiniert die Bundesförderung für Effiziente Gebäude (BEG) mit dem kommunalen Münchner Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude (FKG).
Kurz gesagt: Aktuell ist die finanzielle Förderung besonders attraktiv, um Gebäude mit einer energetischen Sanierung fit für die Zukunft zu machen und von fossilen Energien unabhängig zu werden. Gleichzeitig werden nur ambitionierte Ansätze gefördert, die mit dem Ziel der Klimaneutralität vereinbar sind.

Grundlage für den Heizungstausch – möglicherweise in Verbindung mit einer erfolgreichen energetischen Sanierung – ist dabei immer eine Energieberatung, insbesondere wenn die Sanierung schrittweise erfolgt. Daher sind im FKG-Einzelmaßnahmen nur förderfähig, nachdem eine energetische Sanierungsberatung durchgeführt wurde. Eine solche Energieberatung für Wohngebäude (EBW) wird aktuell vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert.

Derzeit bietet das FKG bezogen auf die förderfähigen Investitionskosten folgenden Fördersatz (Stand: FKG Richtlinienheft gültig ab dem 1.1.2024):

  • Komplettsanierungen zum Effizienzhaus 55, die in einem Zuge durchgeführt werden, werden mit 20 Prozent, maximal 24.000 Euro bzw. 30.000 Euro pro Wohneinheit, gefördert (kumulierbar mit der Bundesförderung).

Zum 1. Januar 2024 haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen (GEG) sowie die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) geändert. Im Förderprogramm Klimaneutrale Gebäude der Landeshauptstadt München muss daher zum 1. Januar 2024 die Förderung von Einzelmaßnahmen (z. B. Heizungstausch, Austausch Fenster) vorübergehend pausiert werden, bis die neuen Rahmenbedingungen beim Bund mit der FKG-Richtlinie abgestimmt sind.

Beratung & Information durch die Landeshauptstadt München

Quartier München Passing
© Elke Kressirer

Was Gebäudeeigentümer*innen beachten müssen, ist immer auch vom Standort des Hauses abhängig. Deshalb berät und informiert die Landeshauptstadt München Gebäudeeigentümer*innen direkt im Quartier auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Die Wärmewende findet im Quartier statt:

  • In innenstadtnahen Gebieten mit hohem Anteil an Mehrfamilienhäusern wird die Wärmewende mit den Themen Mobilität und Klimaanpassung zusammengedacht.
  • In Ein- und Zweifamilienhausgebieten konzentrieren wir uns auf die energetische Sanierung und bieten  aufsuchende Energieberatungen an.

Was passiert in welchen Münchner Quartieren im Moment? Das erfahren Sie auf der Überblicksseite Quartiere.

Darüber hinaus bietet das Bauzentrum München neutrale und kostenfreie Beratungen, Materialien und Veranstaltungen zum Thema nachhaltiges Wohnen, Sanieren und Bauen an.

Ab voraussichtlich Mai können Sie unsere Expert*innen telefonisch erreichen um Ihre Anliegen zur kommunalen Wärmeplanung zu klären.

Fragen und Antworten zur Wärmewende im Überblick

Warum lohnt sich der frühzeitige Umstieg auf erneuerbare Energien beim Heizen?

Wärmepumpe im Garten
© Nancy Pauwels / iStock

Selbst wenn die Heizanlage noch funktioniert, zahlt sich der Umstieg auf ein System aus, das auf erneuerbaren Energien basiert – für die Umwelt und für den Kontostand. Das belegt eine Kostenanalyse der Prognos AG im Auftrag des WWF Deutschland. Die Beispielrechnungen vergleichen die Energiekosten einer neuen Gasheizung mit einer neuen Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus in schlechtem energetischem Zustand. Dabei wird deutlich: zwischen 400 und 1.100 Euro an Betriebskosten lassen sich im Jahr mit der Wärmepumpe einsparen.

Eine weitere Analyse liefert die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online. Anhand von Daten des Baukosteninformationszentrums Deutscher Architektenkammern, aktueller Energiepreise, zu erwartenden Preissteigerungsraten und der 2023 angekündigten Förderungen wurden für ein durchschnittliches Einfamilienhaus die Heizsysteme Gasheizung, Wärmepumpe, Wärmepumpe mit PV-Anlage, Fernwärme und Pelletheizung über den durchschnittlichen Lebenszeitraum von 20 Jahren verglichen. Im Vergleich zu einer neuen Gasheizung lassen sich diesen Berechnungen zufolge bis zu 36.000 Euro einsparen.

Anmerkung: Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit energetischer Sanierungsmaßnahmen und des Heizungstauschs unterscheiden sich je nach gewählter Methode und den getroffenen Annahmen. Entscheidend sind hier vor allem die unterstellte Energie- und CO2-Preisentwicklung, die betrachteten Gebäudetypen, der energetische Ausgangszustand der Gebäude und die Umlage von Kosten im Vermieter*innen-Mieter*innen-Verhältnis. Es handelt sich dabei nicht um Berechnungen spezifisch für München.

Infografik_GEG Wirtschaftlichkeitsberechnungen_für München
Die Grafik zeigt, wie sich die Investions- und Energiekosten eines typischen Einfamilienhauses (EFH) in München über einen Zeitraum von 20 Jahre entwickeln werden. Verglichen werden ein EFH mit erneuerter Gasheizung, ein EFH mit neuer Luft-Wärmepumpe und ein zum Effizienzhaus 55 (EH55) komplettsaniertes EFH. Die Daten basieren auf 15 realen und selbstgenutzten Bestandsgebäuden in München. Datengrundlage sind iSFPs und Energieberaterberichte. Die Auswahl bildet den Gebäudebestand Münchens bestmöglich ab. Von den Investitionskosten wurden die zu erwartenden Förderungen (Wärmepumpe BEG: 55 %, EH55: BEG Kredit mit Tilgungszuschuss 15 %, Zinsvorteilen und FKG 20 %) bereits abgezogen. Die zu erwartenden Energie- und CO2-Preise basieren auf aktuellen Marktpreisen und Prognosen der Agora-Studie Klimaneutrales Bauen (Prognos AG, Öko-Institut e. V., Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH). Die Instandhaltungskosten der nichtsanierten Bauteile beinhalten eine zu erwartende Inflationsrate i. d. H. v. 2,7 % und Baupreissteigerung i. d. H. v. 3,0 % (längjähriges Mittel der letzten 15 Jahre).

Was ist für Mieter*innen wichtig?

Frau sitzt auf dem Boden und lehnt sich an die Heizung
© m-imagephotography / iStock

Mieterinnen und Mieter werden vor hohen Kosten geschützt: Vermietende dürfen zwar künftig bis zu zehn Prozent der Kosten umlegen, wenn sie in eine neue Heizungsanlage investieren beziehungsweise modernisieren. Die Umlage ist jedoch gedeckelt: Die monatliche Kaltmiete darf pro Quadratmeter und Monat um maximal 50 Cent steigen.

Wichtig: Wurde die Modernisierungsmaßnahme vom Bund gefördert, muss die Fördersumme von der gesamten Modernisierungssumme abgezogen werden, bevor die Kosten umgelegt werden.Härtefälle müssen berücksichtigt werden.

Für Mieter*innen, deren Miete durch die Modernisierung auf mehr als 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens ansteigt, gilt eine beschränkte Umlagefähigkeit. Zudem sind Mieterhöhungen bei Indexmieten ausgeschlossen.

Sanierungsförderung nutzt auch den Mieter*innen:
Mieter*innen profitieren nicht nur von der gestiegenen Wohnqualität in einem sanierten Gebäude. In einer sanierten Wohnung muss auch deutlich weniger geheizt werden, wodurch Energiekosten eingespart werden können. Da der Anteil der Sanierungskosten, für den von Bund, Land oder Kommune Förderzuschüsse in Anspruch genommen wurden, nicht umgelegt werden darf, profitieren auch Mieter*innen ganz konkret von den Förderangeboten des Bundes und der Landeshauptstadt München.

Das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, gilt seit 1. November 2020 für alle Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden. Die Vorgaben beziehen sich vorwiegend auf die Heizungstechnik und den Wärmedämmstandard des Gebäudes. Die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten.
Die kommunale Wärmeplanung bündelt Daten zum Thema Wärme und informiert die Münchner*innen, wie sie ihr Haus klimafreundlich heizen können. Sie ist ein strategisches und langfristig angelegtes Planungsinstrument auf kommunaler Ebene. Städte mit mehr als 100.000 Einwohner*innen müssen bis zum 30. Juni 2026 einen Wärmeplan entwickeln. Die Planung ist langfristig auf das Ziel der Klimaneutralität und der Versorgungssicherheit ausgerichtet. Sie ermöglicht ein auf die lokalen Bedingungen abgestimmtes, ganzheitliches Vorgehen zur Wärmewende vor Ort.

Die Stadtwerke München (SWM) und das Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) haben angekündigt, die kommunale Wärmeplanung im ersten Halbjahr 2024 dem Stadtrat vorzustellen. Anschließend sollen auch Bürger*innen die Möglichkeit erhalten, den Plan zu kommentieren und Stellung zu beziehen. Im Laufe des Jahres 2024 soll der Wärmeplan verabschiedet werden.

Eine flächendeckende bundesweite Wärmeplanung wird mit dem Wärmeplanungsgesetz des Bundes bis spätestens 2028 angestrebt.

Der Wärmeplan zeigt, in welchen Gebieten sich welche erneuerbaren Wärmequellen und Wärmeversorgungslösungen besonders eignen, um den Wärmebedarf abzudecken. Wärmebedarf und Wärmequellen werden zusammengeführt. Heraus kommt eine Wärmekarte, in der die unterschiedlichen Eignungsgebiete (d. h. Gebiete, in denen sich bestimmte Wärmeversorgungslösungen besonders eignen) farblich gekennzeichnet sind.

Die kommunale Wärmeplanung
…erlaubt blockscharfe Aussagen darüber, welches Gebäude mit welcher erneuerbaren Wärmequelle versorgt werden kann und
… bietet Planungs- und Investitionssicherheit für Gebäudeeigentümer*innen, Anlagenbetreiber*innen, Netzbetreiber*innen und alle Umsetzer*innen der Wärmewende.

Beim Einbau einer neuen Heizung soll ein Anteil von 65 Prozent erneuerbarer Energien (EE) erreicht werden. Im novellierten GEG wird beschrieben, welche rechtlichen Vorgaben hier zu beachten sind. Für Neubauten in Neubaugebieten gilt diese Regelung seit 1. Januar 2024. Bei der Installation neuer Heizungen in bestehenden Gebäuden und bei Gebäuden in Bestandsgebieten können bis zum 30. Juni 2026 (in Gemeinden mit über 100.000 Einwohnern) auch Anlagen ohne den 65 Prozent-EE-Anteil eingebaut werden. Die GEG-Vorschriften werden erst nach diesem Datum relevant – mit einigen Ausnahme- und Übergangsregelungen. In Anbetracht der Entwicklungen der Öl- und Gaspreise ist der Umstieg auf erneuerbare Wärmequellen jedoch zu empfehlen.

Für Öl- oder Gasheizungen, die zwischen dem 1. Januar 2024 und bis zum Ablauf der Fristen für die Wärmeplanung eingebaut werden glt:
Bis zum Ablauf der Fristen für die Wärmeplanung (30. Juni 2026 in Kommunen ab 100.000 Einwohner, 30. Juni 2028 in Kommunen bis 100.000 Einwohner) dürfen weiterhin neue Heizungen eingebaut werden, die mit Öl oder Gas betrieben werden. Allerdings müssen diese ab 2029 einen wachsenden Anteil an Erneuerbaren Energien wie Biogas oder Wasserstoff nutzen:
• 2029: mindestens 15 Prozent
• 2035: mindestens 30 Prozent
• 2040: mindestens 60 Prozent
• 2045: 100 Prozent 

Die energetische Sanierung von Gebäuden ist eine komplexe Aufgabe, bei der die Unterstützung von Fachleuten wie Energieberater*innen wichtig ist. Obwohl Eigenleistungen (je nach handwerklichem Geschick und Bauzustand) Kosten reduzieren können, sollte dies in Absprache mit einem Energieberater erfolgen. Durch eine Vor-Ort-Beratung lassen sich Fehler, Bauschäden und zusätzliche Kosten vermeiden. Die Energieberatung analysiert den Zustand des Gebäudes, erstellt einen Sanierungsfahrplan und empfiehlt geeignete Maßnahmen. Eine Grobkostenschätzung und Hinweise zur Finanzierung einschließlich Fördermöglichkeiten werden ebenfalls bereitgestellt.

• Eine unabhängige Energieberatung bietet die Verbraucherzentrale an
• Firmen- und produktneutrale Beratungsangebote rund um nachhaltiges Wohnen, Sanieren und Bauen finden Sie auch im Bauzentrum der Landeshauptstadt München

Um den Energiebedarf eines Gebäudes zu senken, kann man das Dach, die Außenwände und die Kellerdecke dämmen und energieeffiziente Fenster und Türen einbauen. Der verbleibende geringe Energiebedarf kann dann mit einem optimierten Heizsystem gedeckt werden, das auf erneuerbaren Energien basiert.

Nicht immer ist eine umfassende energetische Sanierung vor dem Austausch der Heizungsanlage notwendig. In manchen Fällen kann die neue Heizungsanlage so dimensioniert werden, dass sie auch bei späteren energetischen Verbesserungen des Gebäudes weiterhin effizient betrieben werden kann.

Bis zum 30. Juni 2026 dürfen in Städten mit über 100.000 Einwohner*innen weiterhin neue Heizungen mit fossilen Brennstoffen eingebaut werden. Vor jedem Kauf ist jedoch eine verbindliche Beratung durch eine fachkundige Person erforderlich, die auf wirtschaftliche Risiken durch steigende Preise für fossile Brennstoffe hinweist und alternative Lösungen basierend auf der anstehenden Wärmeplanung aufzeigt.

Nach dem 30. Juni 2026 besteht einmalig die Möglichkeit, eine fossile (eventuell gebrauchte) Heizungsanlage einzubauen. Die Umstellung auf eine Lösung im Einklang mit der 65 Prozent-Erneuerbare-Energien-Pflicht muss dann innerhalb von fünf Jahren erfolgen. Bei Gebäuden mit mindestens einer Etagenheizung kann diese Umsetzungsfrist sogar länger sein (bis zu 13 Jahre nach Ausfall der ersten Etagenheizung). Es gibt auch Übergangsfristen von bis zu zehn Jahren für fossile Heizungen, wenn der Anschluss an ein Wärmenetz absehbar, aber noch nicht möglich ist.

Gebäudeeigentümer*innen haben fünf Jahre Zeit, um zu entscheiden, ob die Wärmeversorgung zentral oder weiterhin dezentral erfolgen soll.

Entscheiden sie sich für die Zentralisierung, haben sie acht Jahre Zeit, diese umzusetzen. Nach Fertigstellung der zentralen Heizungsanlage müssen alle weiteren Wohnungen beim Heizungstausch und alle in der Zwischenzeit eingebauten Etagenheizungen nach Ablauf eines weiteren Jahres an die zentrale Heizungsanlage angeschlossen werden. Entscheiden sich die Anlagenbetreiber*innen für die dezentrale Wärmeversorgung, müssen alle eingebauten Gasetagenheizungen nach den ersten fünf Jahren die 65-Prozent-Regel einhalten.

Generell können in München alle üblichen Wärmequellen (Grundwasser, Erdreich, Luft) für den Betrieb von Wärmepumpen genutzt werden.

Schaubild einer Grundwasserwärmepumpe Hintergrund hellblau Was ist eine Grundwasserwärmepumpe?

Eine Grundwasserwärmepumpe nutzt das Grundwasser zur Energiegewinnung. Zu ihr gehören zwei Brunnen, durch die das Grundwasser zirkuliert. Grundwasser hat eine relativ stabile Temperatur von 8 bis 12 °C. Es wird aus dem Pumpbrunnen über Leitungen zum Wärmetauscher transportiert, wo dem Wasser die Wärmeenergie für die Gebäudeversorgung entzogen wird. Das kalte Wasser wird dem Grundwasser über den Schluckbrunnen wieder zugefügt.

Schaubild horizonatale Erdwärmekollektoren Hintergrund hellblau Was sind horizontale Erdwärmekollektoren?

Erdwärmekollektoren werden horizontal in Schlangenlinien in der Erde verlegt. Darin fließt ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Überbauungen sollten vermieden werden, da auch die Wärmezufuhr aus dem Regenwasser zur Wärmeversorgung genutzt wird. Eine platzsparende Variante sind Grabenkollektoren, die in entsprechenden Abständen in den Boden eingebracht werden. Gegebenenfalls lässt sich die Entzugsleistung durch noch flächeneffizientere Lösungen wie zum Beispiel Erdwärmekörbe bei beschränktem Platzangebot zusätzlich steigern.

Schaubild einer Luftwärmepumpe Hintergrund hellblau

Was ist eine Luftwärmepumpe?

Eine Luftwärmepumpe nutzt die Wärmeenergie der Umgebungsluft zur Wärmeversorgung. Die Luft wird angesogen. Ihr wird mithilfe des Verdampfers und des Wärmetauschers die Wärmenergie zur Versorgung des Gebäudes entzogen. Luftwärmepumpen brauchen dafür keine hohen Außentemperaturen. Bis etwa -20 °C können sie den Energiegehalt der Luft nutzen.

Schaubild einer Grundwasserwärmepumpe Hintergrund hellblau Das Stadtgebiet liegt zentral auf der sogenannten Münchner Schotterebene. Diese bietet in weiten Teilen der Stadt hervorragende Bedingungen für den wirtschaftlichen Bau und Betrieb von Grundwasserwärmepumpen.

Grundwasserwärmepumpe Vorteile:

  • höchste Effizienz
  • niedrigste Stromkosten
  • minimale Lärmbelastung
  • stadtweite Machbarkeitsabschätzung im Geoportal

 

Grundwasserwärmepumpe Herausforderungen:

  • hohe Erschließungskosten und Planungsaufwand
  • Wasserrechtliche Erlaubnis erforderlich

 

Die Grundwasserwärmepumpe ist besonders in den kältesten Monaten die effizienteste Form der Wärmepumpe, da das Grundwasser zum Beispiel im Vergleich zur Außenluft deutlich wärmer ist. Durch den urbanen Wärmeinseleffekt wird das Grundwasser in München zusätzlich erwärmt, weshalb die Effizienz in Richtung Innenstadt weiter zunehmen kann. Für die Genehmigung von Grundwasserwärmepumpen ist in München das Referat für Klima- und Umweltschutz zuständig.

Schaubild horizonatale Erdwärmekollektoren Hintergrund hellblau In München eignen sich durch die geringe erlaubte Bohrtiefe vor allem horizontale Erdwärmekollektoren (siehe Abbildung). Für den Kollektor muss allerdings eine ausreichend große unversiegelte Fläche zur Verfügung stehen.

Erdwärmekollektoren Vorteile:

  • höhe Effizienz
  • niedrige Stromkosten
  • minimale Lärmbelastung
  • keine Genehmigung nötig


Erdwärmekollektoren Herausforderungen:

  • hohe Erschließungskosten und hoher Planungsaufwand
  • Erdwärmesonden meist nicht wirtschaftlich (Bohrtiefe stark begrenzt) 
  • hoher Platzbedarf bei Erdwärmekollektoren


Erdwärmekollektoren liegen in ihrer Effizienz häufig zwischen Grundwasser und Luft als Wärmequelle. Sie sind aufgrund der dichten Bebauung und fehlenden Freiflächen im Stadtgebiet nur vereinzelt einsetzbar.

Schaubild einer Luftwärmepumpe Hintergrund hellblau

Die Luftwärmepumpe ist die häufigste Form der Wärmepumpe. Sie stellt vor allem in Gebieten außerhalb der Fernwärme und ohne Grundwasserpotenzial die attraktivste Form der regenerativen Wärmeversorgung dar. 

Luftwärmepumpe Vorteile:

  • niedrige Anschaffungskosten
  • einfache Installation
  • keine Erdarbeiten


Luftwärmepumpe Herausforderungen:

  • Lärmemission in der dicht bebauten Stadt
  • mittelmäßige Effizienz
  • höhere Stromkosten
  • direkte Stromheizung an kältesten Tagen

 

Da Luftwärmepumpen gewöhnlich mit einem elektrischen Heizstab ausgestattet sind, der an kälteren Tagen immer stärker die Heizlast übernimmt, belastet diese Form der Wärmequelle das Stromnetz am stärksten und führt auch zu den höchsten Stromkosten.

Mehr Informationen zur Wärmepumpennutzung in München bietet das Geoportal München.

Für die Genehmigung von Luftwärmepumpen ist in München die Lokalbaukommission zuständig.

Ja, auch Wärmepumpen, die mit dem aktuellen Strommix betrieben werden, gelten als erneuerbare Wärmequelle. Da die Bundesregierung plant, das Stromnetz in Deutschland bis 2030 zu 80 Prozent aus erneuerbaren Energien zu speisen, wird hier in der Wärmeplanung kein Unterschied gemacht. Trotzdem gilt: Je mehr Strom aus Wind- und Sonnenkraft und anderen erneuerbaren Energien künftig in den allgemeinen Strommix einfließt, desto klimafreundlicher wird jede Wärmepumpe.

Planen Sie Brunnenanlagen für beispielsweise Grundwasserwärmepumpen oder Gartenbrunnen, bietet das Geoportal München hilfreiche Erstinformationen. Das Referat für Klima- und Umweltschutz berät hierzu gerne. Eine detaillierte Abfrage für ein konkretes Vorhaben beim Referat für Klima- und Umweltschutz ist darüber hinaus hilfreich. Die Bereitstellung der Auskunft kostet für Privatpersonen circa 30 Euro und bietet aktuelle sowie historische Daten der Grundwassermessstellen aus der direkten Umgebung. Die bereitgestellten Messreihen enthalten wertvolle Informationen zum Grundwasserschwankungsbereich. Das Referat für Klima- und Umweltschutz informiert ebenfalls über den Niedrigwasserstand, gibt Informationen zur Geologie, zur Grundwasserfließrichtung, zur Grundwassertemperatur, zur Grundwassermächtigkeit und zur Lage des Grundwasserstauers (Basis des obersten Grundwasserleiters, die aus undurchlässigeren Gesteinen besteht). Mithilfe dieser Angaben kann eine fachgerechte Planung einer Brunnenanlage sichergestellt und können Planungsfehler vermieden werden.

Weitere Informationen zur Grundwasserauskunft gibt es auf stadt.muenchen.de.

Ja, wer Grundwasser über einen Brunnen fördert oder versickert und damit eine Grundwasserwärmepumpe oder eine Kühlanlage betreibt, benötigt eine wasserrechtliche Erlaubnis.

Weitere Informationen zur Grundwassernutzung finden Sie hier.

Die Erlaubnis wird für zwanzig Jahre erteilt. Nach Ablauf der Befristung muss eine neue Erlaubnis mit aktuellen Unterlagen beantragt werden. Eine automatische Verlängerung gibt es im Wasserrecht nicht. Einer Neuerteilung steht aber in der Regel nichts entgegen.

Die Münchener Schotterebene stellt ein mengenmäßig bedeutendes Grundwasservorkommen in Südbayern dar. Die Kiese in der Region besitzen eine gute bis sehr gute hydraulische Durchlässigkeit, was die Grundwasserneubildung begünstigt. Bürger*innen müssen kein komplettes Austrocknen der Schotterebene befürchten. Es gibt aber auch in der Münchener Schotterebene Bereiche, die eine geringe Grundwassermächtigkeit aufweisen oder in denen das oberste Grundwasserstockwerk aufgrund der Geologie sogar fehlt. Diese Bereiche sind von der Trockenheit besonders betroffen und Brunnenanlagen können hier zeitweise auch trockenfallen. Eine hohe Planungssicherheit kann hierbei die Grundwasserauskunft des Referats für Klima und Umweltschutz bieten.

In Gebieten mit mittlerer bis hoher Grundwassermenge gibt es normalerweise genug Wasser für Brunnenanlagen. Voraussetzung ist, dass die Brunnen fachgerecht gebaut werden und der örtliche Niedrigwasserstand bei der Planung berücksichtigt wurde. Das Referat für Klima- und Umweltschutz empfiehlt allen Bürgerinnen und Bürgern, die Grundwasserauskunft zu nutzen, um sicherzustellen, dass geplante Brunnen fachgerecht gebaut werden und eine lange Lebensdauer haben.

Ältere Brunnenanlagen sind etwas anfälliger gegenüber Niedrigwasserständen. In der Vergangenheit wurde bei der Planung solcher Brunnen teilweise nicht auf den Grundwasserschwankungsbereich beziehungsweise Niedrigwasserstand geachtet. Daher sind manche Förderbrunnen unzureichend tief ausgeführt worden. Heute werden Brunnenanlagen in der Regel tief genug gebaut, um die gesamte Menge des verfügbaren Grundwassers zu erreichen und zu nutzen.

Während der Planung und Genehmigung von thermischen Grundwassernutzungen wird geprüft, ob neue Grundwassernutzungen bestehende Nutzungen beeinflussen. Falls das Risiko einer negativen thermischen oder hydraulischen Beeinflussung besteht, wird normalerweise bereits in der Planungsphase darauf reagiert, indem die Position der Brunnen angepasst wird. Sollte eine negative Beeinflussung nicht ausgeschlossen werden können, werden im Genehmigungsverfahren der neuen Nutzung Beschränkungen auferlegt. Daher ist es während des Betriebs von bereits genehmigten Anlagen sehr selten, dass es zu nachteiligen Auswirkungen kommt.

Nein, Eigentümer*innen haben neben einer Wärmepumpe eine Reihe an weiteren Möglichkeiten, die Pflicht zu erfüllen, bei neuen Heizungen mindestens 65 Prozent der Wärme durch erneuerbare Energien zu beziehen. Künftig zugelassene Wärmeversorgungen sind:

  • der Anschluss an ein Fernwärmenetz oder ein eigenständiges Nahwärmenetz
  • eine Biomasseheizung, basierend auf Holz, Hackschnitzel oder Pellets
  • eine Stromdirektheizung
  • eine Hybridheizung (Wärmepumpe oder Solarthermieanlage in Kombination mit einem auf fossilen Energieträgern basierenden Heizkessel)
  • eine Solarthermieanlage

Nein, ein Transformationsplan für die Umrüstung des Gasnetzes auf Wasserstoff ist in München nicht geplant.

Die Stadtwerke München arbeiten derzeit an einem Transformationsplan für das Fernwärmenetz, der in den Wärmeplan für München integriert wird. Der Transformationsplan zeigt, wie das Fernwärmenetz technisch und wirtschaftlich sinnvoll erweitert, nachverdichtet und klimaneutral versorgt werden kann. Informationen zum aktuellen Planungsstand stellen die Stadtwerke München bereit.

Der Wärmeplan für München weist darüber hinaus Gebiete aus, die für Nahwärmenetze oder dezentrale Versorgung infrage kommen.
Ob Quartiere prinzipiell für ein Wärmenetz geeignet sind, zeigt der Wärmeplan auf Baublockebene. Er soll im Laufe des Jahres 2024 endgültig vom Stadtrat verabschiedet werden. Nähere Anfragen zur möglichen Wärmeversorgung einzelner Gebäude können an das Referat für Klima- und Umweltschutz oder die Stadtwerke München gerichtet werden.

Die Umsetzung der Regelung zum klimafreundlichen Heizen mit erneuerbaren Energien soll in der Praxis einfach und unbürokratisch ausgestaltet werden. Dazu sind eine Reihe von Optionen vorgesehen, die bereits als erfüllt gelten, ohne dass ein Anteil von 65 Prozent im Einzelfall rechnerisch nachgewiesen werden muss (zum Beispiel beim Einbau einer Wärmepumpe). Wählt man eine dieser Standardmöglichkeiten aus, gilt die Vorgabe als erfüllt (sogenannte Vermutungsregelung). Darüber hinaus können individuelle Lösungen realisiert werden, wenn eine nach dem Gesetz befugte Fachperson den Erneuerbaren-Anteil berechnet und mindestens 65 Prozent bescheinigt.

Wenn ein Gaskessel eingebaut wird, der mit 65 Prozent Biomethan betrieben wird, sind die Rechnungen über den Bezug von Biomethan für fünf Jahre aufzubewahren. Auch beim Bezug von Fernwärme ist die Einhaltung der Anforderungen durch Bestätigung des Lieferanten nachzuweisen.