Pflanzen- und Gartentipps für mehr Artenvielfalt
Warum lohnt es sich, die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten zu erhalten? Hier erfahren Sie es und erhalten hilfreiche Tipps, wie sie selbst zur Artenvielfalt in unserer Region beitragen können.
Inhaltsverzeichnis
Schonender Frühjahrsputz - Das ist im Frühling im Garten möglich
Der März markiert den langsamen Start der Gartensaison. Auch die Vögel beginnen fleißig zu zwitschern. Hier erfahren Sie, was Sie bereits im März machen können und wie Sie dabei Rückzugsräume für Tiere erhalten.
Das 1 mal 1 des Gartenlebensraums
- schaffen Sie möglichst viele Kleinlebensräume und Strukturen
- verzichten Sie auf Torf, Pestizide und chemische Dünger
- schneiden Sie Gehölze außerhalb der Vogelbrutzeit (1. März bis 30. September)
- warten Sie mit der Bearbeitung von tierischen Winterquartieren (z. B. Teich, Kompost, Laubhaufen) bis es über mehrere Tage hinweg wärmer ist
Was kann im Frühling im Beet oder Balkonkasten ausgesät werden?
Diese Gemüsesorten können Sie wählen:
- Dill
- Erbsen
- Petersilie
- Pflück- und Kopfsalate
- Radieschen
- Rucola
- Schnittlauch
- Spinat
- Wurzelgemüse
- Zwiebel aller Art
Was kann im Frühling an der Fensterbank vorgezogen werden?
Diese Gemüsesorten können Sie vorziehen:
- Aubergine
- Blumenkohl
- Brokkoli
- Chili
- Paprika
- Tomaten
- Kohlrabi
- Früher Kopfsalat
- Frühkartoffeln
Welche heimischen Blühpflanzen können im Frühling ausgesät werden?
Für die Pflanzenwelt ist ein überwiegend sonniger Standort sowie ein mageres Erdsubstrat erforderlich.
- Gewöhnliche Wegwarte
- Hornklee
- Kartäusernelke
- Katzenminze
- Rote Lichtnelke
- Rundblättrige Glockenblume
- Schafgarbe
- Taubenkropf-Leimkraut
- Wiesen-Margerite
- Wiesen-Witwenblume
Was macht meinen Garten besonders insektenfreundlich?
Pflanzen beziehungsweise sähen Sie dieses Jahr heimische Alternativen: Immer mehr Staudengärtnereien bieten diese an. Bestellen Sie am besten gleich vor. Heimische Kräuter sind beispielsweise Breitblättriger Thymian (Thymus pulegioides), Wilder Majoran (Origanum vulgare) und Wiesensalbei (Salvia pratensis).
Es gibt viele heimische Wildstauden (pdf) und Sträucher (pdf) mit denen Sie Ihren Garten in ein tierisches Paradies verwandeln können.
Was kann noch getan werden?
Tipp #1 Ausdauernde Kräuter zurückschneiden
Tipp #2 Den Komposthaufen umsetzten
Tipp #3 Vogelnistkasten aufhängen
Tipp #4 Insektenhotel aufstellen
Tipp #5 Unordnung zulassen
Tipp #6 Beraten lassen
Gartentipps für den Sommer
- Weniger Mähen – Mehr Blütenangebot für Insekten & Co.: Wenn Sie den Rasen weniger häufig mähen, ermöglichen Sie Wildpflanzen, sich zu etablieren und zu blühen. Diese Vielfalt an Pflanzen bietet nicht nur Nahrung für Insekten, sondern fördert auch die Lebensräume für eine breite Artenvielfalt von Vögeln, Säugetieren und anderen Tieren.
- Ungefüllte Blüten für mehr Artenvielfalt:
Achten Sie beim Kauf neuer Pflanzen auf deren Blütenform. Ungefüllte Blüten mit vielen Staubblättern in der Mitte bieten Insekten reichlich Pollen und Nektar und sind daher besonders wertvoll für Bestäuber. Besonders Wildformen von Stauden weisen diese Eigenschaft auf. Gefüllte Blüten hingegen besitzen kaum oder gar keine Staubblätter, wodurch sie für viele Insekten unattraktiv sind und weniger zur Förderung der Biodiversität beitragen. - Wilde Ecken schaffen: Lassen Sie im Garten unberührte Ecken zu, um Rückzugsorte für verschiedene Tiere wie Wildbienen, Vögel, Schmetterlinge und Igel zu schaffen. Elemente wie Totholz, Steine, Laub und Sandflächen sind wichtig für Insekten. Lassen Sie dort auch heimische Wildpflanzen wie Giersch, Günsel und Waldmeister wachsen. Selbst eine kleine Naturecke im Garten oder auf dem Balkon kann dazu beitragen, Tieren und Wildpflanzen einen Lebensraum zu bieten.
- Lange Blütezeit mit heimischen Wildblumen: Achten Sie beim Auswählen von Pflanzen für den Balkon oder Garten darauf, dass es sich um heimische Arten handelt. Ebenso sollten die Pflanzen eine möglichst lange Blützeit haben, wie zum Beispiel der Wiesensalbei (Salvia pratensis), der blüht vom Mai bis in den August. Auf diese Weise finden Insekten die ganze Saison über genügend Nahrung. Wählen Sie Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten, um sicherzustellen, dass der Garten den ganzen Sommer über farbenfroh und lebendig bleibt.
- Wildbienen unterstützen: Unterstützen Sie Wildbienen durch Nisthilfen oder dem Anpflanzen von heimischen Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon. Wildbienen sind von großer Bedeutung für die Bestäubung von Pflanzen und damit auch für die Erhaltung der Artenvielfalt. Durch den Einsatz von Pestiziden und den Verlust von Lebensräumen sind jedoch viele Wildbienenarten bedroht. Daher ist es wichtig, sie zu schützen und zu fördern.
Weitere Tipps für den Sommer
Tipp #1 Torffreie Blumenerde kaufen
Tipp #2 Vogelschutz bis zum 30. September
Bitte beachten Sie, dass bis zum 30. September Vogelschutzzeit herrscht. Nehmen Sie Rücksicht auf die gefiederten Gäste und planen Sie Arbeiten in Heckenbereichen im Herbst ein.
Tipp #3 Richtiges Gießen im Sommer
Tipp #4 Wassertränke für Vögel, Insekten und Igel
An heißen Sommertagen ist das Trinken für unsere tierischen Nachbarn besonders wichtig. Daher ist es ratsam, eine flache Schale mit kleinen Steinen, Moos oder Murmeln als Wassertränke bereitzustellen. Reinigen Sie die Wassertränke regelmäßig und füllen sie mit frischem Wasser auf, damit unsere gefiederten und stacheligen Freunde stets genügend Wasser zur Verfügung haben.
Tipp #5 Rückschnitt von Kräutern im Sommer
Das Abschneiden von Kräutern wie Lavendel, Thymian, Salbei und Rosmarin nach der Blüte im Sommer fördert eine zweite Blüte und eine gesunde, dichtere Pflanze. Darüber freuen sich Menschen und Insekten. Entfernen Sie beim Rückschnitt nur die Blütenstiele mit etwas Laubansatz, um die Pflanze nicht zu beschädigen. Ein besonderer Tipp ist, heimische Kräuter zu verwenden. Thymian oder Oregano gibt es bei uns auch in einer heimischen Wildform. Probieren Sie es aus!
Tipp #6 Natürliche Wundermittel gegen Schädlinge
Es gibt eine Vielzahl natürlichen Möglichkeiten, um Schädlinge im Garten in Schach zu halten. Zum Beispiel kann Kaffeesatz gegen Schnecken und Trauermücken helfen, während Marienkäfer oder Pflanzen mit ätherischen Ölen wie Lavendel oder Salbei gegen Blattläuse wirksam sind. Eine selbstgemachte Brennnesseljauche ist ein natürliches Pflanzenstärkungsmittel, dass für alle Pflanzen geeignet ist.
Tipps für einen naturfreundlichen Balkon im Herbst & Winter
Ein Balkon kann auch im Winter ein schöner und einladender Ort sein, wenn man ihn richtig pflegt und gestaltet. Mit ein wenig Planung und den richtigen Pflanzen kann der Balkon auch in der kalten Jahreszeit grün und lebendig wirken. am Besten mit unseren umwelt- und insektenfreundlichen Pflanztipps für Ihren Balkon im Herbst und Winter.
Mit diesen Tipps können Sie Ihren Balkon auch im Winter zu einem Ort der Erholung und Schönheit machen. Genießen Sie die Ruhe und die besondere Atmosphäre, die ein winterlicher Balkon bieten kann!
Tipp #1 Pflanzen stehen lassen
Stauden und Gräser sollten im Herbst nicht zurückgeschnitten werden. Ihre Samenstände liefern Vögeln Nahrung, während die hohlen Stängel Insekten als geschützte Winterquartiere dienen.
Tipp #2 Laub als Schutz nutzen
Laub in Balkonkästen oder Pflanzkübeln schützt die Erde vor Frost, hält Feuchtigkeit und bietet kleinen Tieren Unterschlupf. Nur auf Sitzflächen und Laufwegen sollte es entfernt werden, damit es dort nicht fault oder rutschig wird.
Tipp #3 Kübelpflanzen richtig schützen
Nicht winterharte Kübelpflanzen vertragen keinen Dauerfrost. Am besten stellt man sie windgeschützt auf, umwickelt die Töpfe mit Jute oder Vlies und schützt sie durch Holzklötze oder eine isolierende Unterlage vor Bodenfrost.
Tipp #4 Futter und Wasser für Vögel anbieten
Eine kleine Futterstelle hilft Meisen, Finken oder Spatzen durch die kalte Jahreszeit. Besonders geeignet sind Sonnenblumenkerne oder regionale Futtermischungen ohne Ambrosia-Samen. Auch Wasser darf nicht fehlen: Eine Schale auf Balkon oder Terrasse unterstützt Vögel im Winter, solange sie nicht vollständig zufriert.
Tipp #5 Wilde Ecken zulassen
Auch auf Balkon und Terrasse darf es kleine „wilde Ecken“ geben. Ein Haufen aus Zweigen oder etwas Totholz in einer Ecke bietet vielen Insekten und Käfern wertvollen Unterschlupf und trägt so zur Vielfalt bei.
Tipp #6 Herbst ist Pflanzzeit
Der Herbst eignet sich besonders gut, um neue heimische Stauden oder Sträucher in Kübel und Kästen zu setzen. Der Boden ist noch warm, die Wurzeln können sich gut entwickeln und die Pflanzen starten im Frühjahr kräftig durch.
Tipp #7 Frühblüher pflanzen
Der Herbst ist die ideale Zeit, um Blumenzwiebeln heimischer Frühblüher zu setzen. Krokusse, Schneeglöckchen, Winterlinge oder Märzenbecher bringen nach dem Winter nicht nur frische Farbe auf Balkon und Terrasse, sondern stellen auch für frühe Wildbienen und Hummelköniginnen eine unverzichtbare erste Nahrungsquelle dar.
Förderprogramm Biodiversität
Wildblumenwiesen, Totholzburgen und Nistplätze sind wichtige Biodiversitätsbausteine. Schaffen Sie Lebensräume vor Ihrer eigenen Tür. Finanzielle Unterstützung erhalten Sie von der Landeshauptstadt München.